Finales TV-Triell: SZ, FAZ & T-Online geben Zervakis und von Brauchitsch gute Noten

20.09.2021
 

Jan Böhmermann verkündete am Sonntagabend auf Twitter: "Beste #Triell-Moderation: Linda Zervakis und Claudia von Brauchitsch bei @ProSieben." Doch nicht nur beim ZDF-Satiriker schnitten die Moderatorinnen gut ab.

"Es gab zwei Trielle im Privatfernsehen, eins in den Öffentlich-Rechtlichen. Und für ARD und ZDF ist es nicht die allerbeste Nachricht, dass sowohl RTL vor vier Wochen als auch ProSiebenSat.1 keine schlechteren Sendungen auf die Beine gestellt haben als sie. Zumal es auch dieses Mal zu ordentlichen inhaltlichen Debatten kommt", schreiben Johannes Bebermeier und Tim Kummert bei T-Online.

Am Sonntag hatten die drei Kanzlerkandidaten Laschet, Scholz und Baerbock ihre letzte Chance sich in einem TV-Triell zu beweisen. ProSieben und Sat.1 übertrugen.

Die T-Online-Kritiker loben die Einspielfilme der Sender und es seien Betroffene zu Wort gekommen. Das habe verhindert, dass die Kandidaten drumherum reden. Allerdings sei es auch im letzten Triell wieder nur um Deutschland gegangen. "Europa? Die Welt? Spielt auch in diesen 90 Minuten keine Rolle", so Bebermeier und Kummert.

Peter Carstens Fazit in der FAZ lautet so:

"Nachdem die beiden öffentlich-rechtlichen Sender am vorigen Sonntag weder eine solide Kulisse oder eine verlässliche Zeitmessung, noch abgestimmte Fragen geliefert hatten, zeigten die Moderatorinnen Linda Zervakis (Pro Sieben) und Claudia von Brauchitsch (Sat 1) im Privatfernsehen, dass gute Vorbereitung einem zähen Politikabend Fließgeschwindigkeit verleihen kann."

Aus Sicht der Süddeutschen Zeitung hat Zervakis für den schönsten Moment des Abends gesorgt, als sie ein Micky-Maus-Heft aus dem Jahr 1993 unter dem Pult hervorzog, in dem es bereits um die Zerstörung der Regenwälder ging. Sie fragte Laschet, ob die Micky Maus die Dringlichkeit des Klimawandels früher verstanden habe als die CDU. Laschets Konter: "Als ihr Micky-Maus-Heft erschienen ist", sagte er zu Zervakis, habe der CDU-Umweltminister Klaus Töpfer bereits in Rio den Prozess angestoßen, dass die Klimafrage global gelöst werden müsse. "Wenn Laschet am kommenden Sonntag scheitert, dann zumindest nicht an Walt Disney", so Nico Fried, Boris Herrmann und Henrike Roßbach in der Süddeutschen Zeitung.

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