Bundeskartellamt untersagt Funke vollständige Übernahme des Verlags der Ostthüringer Zeitung

29.09.2021
 

"Der Zusammenschluss von Funke und Ostthüringer Zeitung hätte den letzten Wettbewerb zwischen regionalen Tageszeitungen in den Gebieten Jena und Gera ausgeschaltet", erklärt Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes. Funke will sich gegen die Entscheidung wehren.

Das Bundeskartellamt hat den Erwerb der alleinigen Kontrolle an den Verlagsgesellschaften der Ostthüringer Zeitung durch eine Gesellschaft der Funke Mediengruppe untersagt. Funke ist Herausgeberin der Thüringische Landeszeitung, deren Verbreitungsgebiet sich mit dem der Ostthüringer Zeitung teilweise überschneidet. Mit dem jetzt untersagten Zusammenschluss wären Ostthüringer Zeitung und Thüringische Landeszeitung unter der alleinigen Kontrolle der Funke Mediengruppe zusammengefasst worden, erklärt das Bundeskartellamt.

Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes, begründet die Entscheidung so: "Der Zusammenschluss von Funke und Ostthüringer Zeitung hätte den letzten Wettbewerb zwischen regionalen Tageszeitungen in den Gebieten Jena und Gera ausgeschaltet. Die Leserinnen und Leser profitieren aber von Auswahl, nicht von Zeitungsmonopolen. Auch wenn beide Verlage heute schon sehr eng kooperieren, muss die Fusionskontrolle den bestehenden Wettbewerb und die redaktionelle Vielfalt schützen."

Auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur teilte die Funke Mediengruppe mit, die Entscheidung des Bundeskartellamts "entspricht nicht unserer Rechtsauffassung. Wir beabsichtigen, gegen die Entscheidung Rechtsmittel einzulegen".

Von Funke hieß es zudem: "Wir sind überrascht, dass das Bundeskartellamt angesichts des erheblichen Wettbewerbsdrucks, dem sich die Printmedien insbesondere von Seiten der Digitalangebote ausgesetzt sehen, dieses Vorhaben aufgrund von vermeintlichen, regional sehr begrenzten Wettbewerbsbedenken für nicht freigabefähig hält." Die Funke Mediengruppe hat in zahlreichen Bundesländern Regionalzeitungstitel im Angebot.

Hintergrund: Das Bundeskartellamt erklärte seine Entscheidung auch so, dass die derzeitige Minderheitsgesellschafterin, die Rheinisch-Westfälische Verlagsgesellschaft, aufgrund von gesellschaftsvertraglichen Regelungen bei Unternehmensentscheidungen mitkontrollieren könne. Diese Kontrolle habe zur Folge, dass Funke Entscheidungen bei der Ostthüringer Zeitung bislang nur eingeschränkt durchsetzen könne. Mit der Übernahme könnte Funke nicht nur die Thüringische Landeszeitung in Weimar, sondern auch die Ostthüringer Zeitung in Gera alleine kontrollieren. Das Verbreitungsgebiet beider Zeitungen überschneide sich teilweise.

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