ARD-Programmdirektorin Strobl: Bild TV will Gesellschaft spalten

 

Zum Dauerzoff zwischen "Bild" und Öffentlich-Rechtlichen hat jetzt auch ARD-Programmdirektorin Christine Strobl einen Beitrag geleistet: Die  Berichterstattung von "Bild TV" sei "hochproblematisch", weil sie auf die Spaltung der Gesellschaft abziele, sagte sie der "Augsburger Allgemeinen". Was Strobl von der Kritik am "Triell" der drei Kanzlerkandidaten auf dem eigenen Sender hält.

Im Interview mit der "Augsburger Allgemeinen" nennt die ARD-Programmdirektorin "Bild TV" den "ambitionierten Versuch, Zeitung und Fernsehen zusammenzubringen". Das sei "nicht uninteressant". Die Art der Berichterstattung finde sie aber "hochproblematisch": "Diese Art des Zuspitzens, diese Ausrichtung auf eine Spaltung der Gesellschaft und der Umgang mit Fakten." Im Übrigen sei das Angebot bisher neben aktuellen Strecken "überwiegend durch Wiederholungen von Dokus geprägt – über Modellbauer im Hobbykeller beispielsweise": "Den großen Einschaltimpuls löst das nicht aus, das sieht man auch an den Zahlen. Inhaltlich überzeugt mich Bild TV nicht." Den Springer-Medien "Bild" und "Welt" unterstellt sie das Ziel, "den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in seiner Gesamtheit zu diskreditieren".

Was das eigene Programm angeht, gibt sich Strobl in Maßen selbstkritisch: Über das "Triell" der drei Kanzlerkandidaten bei ARD und ZDF seien sie und der Moderator Oliver Köhr "nicht glücklich". Köhr ist ARD-Chefredakteur und ihr Stellvertreter in der Programmdirektion. Auch wegen eines Softwarfehlers bei der Messung der jeweiligen Redeanteile der Kandidaten hätten vereinbarte Abläufe nicht eingehalten werden können: "So konnte auch die Moderation nicht mehr überzeugen." Immerhin: Alle wichtigen Themen seien angesprochen worden, und es habe "lebhafte Diskussionen" gegeben.

Strobl verspricht, dass die ARD ihre Schlüsse aus dem "Triell"-Verlauf ziehen werde: "Im Vorfeld der nächsten Bundestagswahl werden wir sehr genau überlegen müssen, was wir machen und in welcher Konstellation. Ich traue uns da neue Ideen zu – und da ist ein monothematisches Format durchaus eine denkbare Variante."

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