Paul-Bernhard Kallen gibt den CEO-Posten bei Burda ab - Martin Weiss übernimmt

07.10.2021
 

Paul-Bernhard Kallen gibt den Vorsitz des Vorstands von Hubert Burda Media ab. Sein Nachfolger wird Martin Weiss. Wie der neue CEO tickt - und weitere Top-Personalien im Burda-Vorstand.

Paul-Bernhard Kallen (64) übergibt den Vorsitz des Vorstands zum 1.Januar 2022 an Martin Weiss und konzentriert sich auf den Vorsitz des Verwaltungsrats. Der Verwaltungsrat besteht aus Hubert Burda, Jacob Burda, Elisabeth Furtwängler, Paul-Bernhard Kallen und Andreas Rittstieg. An dieses Gremium berichtet der Vorstand.

Zur Person: Martin Weiss (54) ist seit 2015 bei Hubert Burda Media und seit 2017 im Vorstand verantwortlich für BurdaInternational und das Investmentgeschäft. Vor seinem Eintritt bei Burda arbeitete Weiss als Vorstand für Strategie und Unternehmensentwicklung des internationalen Telekommunikations- und Medienunternehmens Millicom. Dort verantwortete er die Expansion und Transformation der digitalen Aktivitäten in Lateinamerika, den USA und Afrika. Zuvor wirkte er als Gründer und Partner der Strategieberatungsfirma Solon und war zwischen 2008 und 2013 der Leiter des Londoner Büros.

Mit Weiss habe der Verwaltungsrat einen neuen CEO berufen, der das internationale Geschäft deutlich weiterentwickelt und die Burda Principal Investment (BPI) erfolgreich aufgebaut habe, erklärt Paul-Bernhard Kallen.

Die unternehmenseigene Investmentgesellschaft BPI hat unter der Führung von Martin Weiss in den vergangenen fünf Jahren über 25 Beteiligungen in Europa, den USA und Asien realisiert. Zu den am stärksten wachsenden Unternehmen im Beteiligungsportfolio zählen die Second-Hand-Plattform Vinted, das britische E-Commerce-Unternehmen Bloom&Wild oder die asiatische Gebrauchtwagen-Plattform Carsome. Die Nachbarschaftsplattform Nebenan.de, auch als Beteiligung gestartet, wurde mittlerweile mehrheitlich von Burda übernommen und in die Unternehmensgruppe integriert.

Der zukünftige CEO Martin Weiss sagt:

"Ich danke der Familie Burda und dem Verwaltungsratsvorsitzenden Paul-Bernhard Kallen für ihr Vertrauen. In den vergangenen Jahren habe ich Burda als faszinierendes, innovatives und vor allem sympathisches Unternehmen kennen und schätzen gelernt. Ich fühle eine starke Verbundenheit mit Hubert Burda Media und es ist mir eine große Freude und Ehre, die Unternehmensgruppe weiterführen zu dürfen. Der Konzern geht gut aufgestellt in die Zukunft."

Weitere Top-Personalien im Burda-Vorstand:

Katharina Herrmann (46), seit 2018 Personaldirektorin, wird zum 1. Januar 2022 in den Vorstand berufen und ist dort verantwortlich für das neu geschaffene Ressort Personal und Compliance.

Andreas Rittstieg (65), seit 2014 Vorstand Recht und Compliance, zieht sich aus seiner operativen Verantwortung zurück und konzentriert sich ebenfalls auf seine Aufgaben als Mitglied im Verwaltungsrat. Aus dieser Funktion heraus werde er das Unternehmen in grundlegenden juristischen Fragen weiterhin betreuen, heißt es bei Burda.

Philipp Welte verantwortet im Vorstand weiter das nationale Verlagsgeschäft, Holger Eckstein bleibt CFO.

Zur Person: Paul-Bernhard Kallen trat zum 1. Januar 1999 in den Vorstand ein und übernahm die Leitung der Burda-Gruppe Anfang 2010 von Verleger Hubert Burda. "Er hat das Unternehmen seitdem zu einem europäischen Digital- und Medienunternehmen ausgebaut, das seine Geschäfte konsequent auf den Konsumenten ausrichtet. Trotz großer Widrigkeiten in Russland, der Ukraine und der Türkei und anhaltenden Gegenwinds in den Printmedien ist der Umsatz von Hubert Burda Media in dieser Zeit von 1,6 Mrd. € (2009) auf 2,8 Mrd. € (2020) gewachsen - die Erträge entwickelten sich weit überproportional", heißt es bei Hubert Burda Media. Seinen politischen wie strategischen Einsatz für die digitale Souveränität Europas werde Kallen auch in seiner Funktion als Verwaltungsratsvorsitzender von Hubert Burda Media fortführen. Kallens Ziel sei eine angemessene Regulierung zur Wiederherstellung der Chancengleichheit europäischer Unternehmen auf den digitalen Märkten.

Hubert Burda, mit seinen beiden Kindern Jacob und Elisabeth alleiniger Gesellschafter des Unternehmens, dankt seinem CEO:

"Paul-Bernhard Kallen und ich waren uns in unserer 26-jährigen Zusammenarbeit immer einig, dass wir unser Familienunternehmen mutig, mit viel Optimismus und Gestaltungswillen in die Zukunft führen wollen, damit wir es in hervorragendem Zustand an die nächste Generation übergeben können. An jedem Tag der vergangenen Jahre konnte ich sicher sein, dass er in diesem Sinne und mit unternehmerischem Instinkt die richtigen Entscheidungen trifft. Dafür danke ich Paul-Bernhard Kallen auch im Namen von Jacob und Elisabeth von ganzem Herzen und freue mich, dass er den Verwaltungsrat in den nächsten Jahren weiterführt."

Kallen erklärt: "Ich bin 1996 zu Burda gekommen, weil der Verleger und Unternehmer Hubert Burda von der digitalen Revolution besessen war und sein Unternehmen entsprechend neu ausrichten wollte. Sein Mut zur Innovation, seine Bereitschaft zum Risiko und seine Beharrlichkeit bei Rückschlägen waren mir ein großer Ansporn und haben diese Entwicklung des Unternehmens ermöglicht. Ich danke der Familie Burda für ihr Vertrauen und ihre Unterstützung. Mein Nachfolger Martin Weiss ist ein erfahrener Unternehmer, Stratege und Investor. Ich wünsche ihm viel Erfolg bei der operativen Führung dieses großartigen Unternehmens.“

Hintergrund: Vor dem Hintergrund der verstärkten Internationalisierung des Konzerns und um die gesellschaftsrechtlichen Strukturen für die zukünftige Führung des Unternehmens zu schaffen, haben Hubert Burda und seine beiden Kinder Jacob Burda und Elisabeth Furtwängler 2017 eine Europäische Gesellschaft („SE“) für die Geschäftsleitung des Konzerns zuständig gemacht, die von einem Verwaltungsrat geführt wird. Hubert Burda ist persönlich haftender Gesellschafter. Paul-Bernhard Kallen ist in dieser Struktur seit 2017 der operativ verantwortliche Vorstandsvorsitzende („CEO“) und zusätzlich der Vorsitzende im Verwaltungsrat, dem außerdem die Gesellschafter Hubert Burda, Jacob Burda und Elisabeth Furtwängler sowie Andreas Rittstieg angehören. Für die operative Geschäftsführung bleibt auch ab 2022 der aktive Vorstand verantwortlich. Die Unternehmensgruppe Hubert Burda Media bleibt zu 100 Prozent im Familienbesitz.

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