Weil er Reichelt-Recherche stoppte: FR-Redaktion kritisiert eigenen Verleger Dirk Ippen

 

Die Redaktion der "Frankfurter Rundschau" kritisiert in einer Stellungnahme den eigenen Verleger Dirk Ippen scharf, weil der die Veröffentlichung einer kritischen Recherche über "Bild"-Boss Julian Reichelt verhindert hat.

Die FR hätte den von Ippen Investigativ rerchierten und für den vergangenen Sonntag vorgesehen Text "gern gedruckt und würde dies auch weiter tun", heißt es in einer "Stellungnahme in eigener Sache", die am Montagabend veröffentlicht wurde. Das Verbot durch Verleger Ippen widerspriche "allen Regeln der unabhängigen Berichterstattung" und verletze den Grundsatz der Trennung von Redaktion und Verlag.

Die FR-Redaktion unterstützt ausdrücklich einen Protestbrief des Investigativ-Teams an Verleger Ippen, der am Montagmorgen bekannt geworden ist. "Redaktionelle Unabhängigkeit ist die unabdingbare Grundlage für Qualitätsjournalismus, Vertrauen ist ihr wertvollstes Gut. Dieses darf niemals verletzt werden", so die FR-Redaktion. Ihre Stellungnahme schließt mit der Aufforderung an Ippen, "die redaktionelle Unabhängigkeit nicht anzutasten".

Die von den Ippen-Medien nicht veröffentlichte Recherche über Fehlverhalten und Machtmissbrauch des "Bild"-Chefredakteurs Julian Reichelt hat dennoch schwerwiegende Folgen: Der Verlag Axel Springer hat Reichelt am Montagabend von seinen Aufgaben entbunden. Als Folge von Presserecherchen habe das Unternehmen in den letzten Tagen "neue Erkenntnisse" über sein "aktuelles Verhalten" gewonnen und erfahren, dass er weiterhin Privates und Berufliches nicht klar getrennt und dem Vorstand darüber die Unwahrheit gesagt habe, so die Begründung.

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