Antisemitismus-Vorwürfe: Nemi El-Hassan bekommt Beistand von Ex-Botschafter Avi Primor

 

Die Deutsche Initiative für den Nahen Osten (Dino) will laut "FAZ" im WDR-Rundfunkrat noch einmal eine Anstellung der Journalistin Nemi El-Hassan als Moderatorin der Wissenschaftssendung "Quarks" zum Thema machen. Zwei Kuratoriumsmitglieder, darunter der ehemalige israelische Botschafter in Deutschland, Avi Primor, hielten die Antisemitismus-Vorwürfe gegen sie für nicht gerechtfertigt.

Der WDR hatte Anfang Oktober entschieden, El-Hassan nicht mit der Moderation von "Quarks" zu betrauen, will sie aber möglicherweise weiterhin als Autorin beschäftigen. Die Initiative hält es laut "FAZ" hingegen für nicht legitim, ihr den Moderationsjob zu verweigern: Zwei Kuratoriumsmitglieder, der frühere israelische Botschafter in Deutschland, Avi Primor, und der Historiker Moshe Zimmermann, verteidigen sie explizit gegen den Vorwurf des Antisemitismus. So sei ihre Unterstützung eines Aufrufs von "Jewish Voice for Peace" "per definitionem" nicht als antisemitisch zu bewerten, da es sich hier um eine jüdische Organisation handele.

In Israel hätte man im Übrigen laut Primor und Zimmermann Journalisten, die bei sozialen Netzwerken ähnliche Likes wie El Hassan machen, nicht verfolgt. Der "Bild"-Zeitung, die über El-Hassans problematisches Verhalten zuerst berichtet hatte, unterstellen die beiden einen "Willen zur Einschränkung von Meinungsfreiheit" und den Wunsch, "eine Frau mit palästinensischem Hintergrund zu diskriminieren".

Die Deutsche Initiative für den Nahen Osten wurde 2006 vom früheren WDR-Moderator und Politik-Chefredakteur Manfred Erdenberger gegründet. Sie will "angesichts der Umwälzungen, Kriege und Unruhen in der Region den schwierigen Prozess zu friedlichen Lösungen" begleiten. In ihrem Kuratorium sitzen neben Primor und Zimmermann unter anderem die ehemaligen Politiker Rita Süssmuth, Rudolf Dreßler und Ruprecht Polenz. Der Rundfunkrat des WDR tagt zum nächsten Mal am 29. Oktober.

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