Wie sich Mathias Döpfner gegenüber den Verleger-Kollegen entschuldigt

 

Der Springer-CEO Mathias Döpfner, der auch Präsident des BDZV ist, hat sich in einem Schreiben zum Fall Reichelt und zu seinem umstrittenen DDR-Vergleich geäußert - und Bedauern gezeigt. Tenor: Die Kritik nehme er "sehr ernst".

In dem Schreiben an die Kollegen aus den im Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger organisierten Verlage, greift Döpfner vor allem die Diskussion um seine Äußerung gegenüber dem Schriftsteller Benjamin von Stuckrad-Barre auf, der in dem viel beachteten Artikel des US-Medienexperten Ben Smith in der New York Times zitiert wurde.

Sie entstammt einem SMS-Austausch, der nun an die Öffentlichkeit gelangte. Döpfner bezeichnete Reichelt darin als einen der angeblich letzten Journalisten im Lande, der noch gegen einen vermeintlichen neuen DDR-Obrigkeitsstaat aufbegehrte. Gerade diese Formulierung - auch wenn sie im privaten Rahmen erfolgte - rief zuletzt harsche Kritik hervor, bis hin zu Rücktrittsforderungen (kress.de berichtete hier und auch hier).

Nun schreibt Mathias Döpfner: "Der offenbar entstandene Unmut wurde teilweise öffentlich artikuliert – in einem Fall bis zu einer Rücktrittsforderung mir gegenüber als BDZV-Präsident. Ich nehme diese Kritik sehr ernst. Ich bin dankbar für die Offenheit, die mir eine Orientierung und bessere Einschätzung ermöglicht", so der BDZV-Präsident.

"Wenn der Ruf der Branche, des BDZV und insbesondere des Präsidentenamts in dieser Woche hierdurch Schaden genommen haben, bedaure ich dies persönlich zutiefst", so Mathias Döpfner weiter.

Allerdings betont er noch einmal den speziellen Charakter der SMS. "Sie alle wissen, dass meine kritisierten Äußerungen – Stichworte: DDR-Obrigkeitsstaat und PR-Assistenten – in einer privaten SMS gefallen sind. Sie war Teil eines vertraulichen Dialogs. Worte werden dabei gewöhnlich – Sie werden das nachempfinden können – nicht auf die Goldwaage gelegt", so Döpfner. "Es gibt so etwas wie ein emotionales, provokantes, irrationales und spontanes Innenleben einer bilateralen Unterhaltung unter vermeintlich sich vertrauenden Leuten. Außenstehende werden das zwangsläufig gar nicht oder bestenfalls falsch verstehen."

Dennoch gibt er sich auch in der Bekundung seines Bedauerns wieder kämpferisch - und mit dem Blick nach vorne gerichtet: "Die Aufregung kann ich vor diesem Hintergrund nachvollziehen. Es tut mir daher sehr leid, dass diese unvorhersehbare Entwicklung auch den BDZV, die Verlage sowie das Empfinden der Journalistinnen und Journalisten getroffen hat", schreibt Döpfner an die Kollegen.

"Wer mich kennt, der weiß, dass mein Herz für den freien Journalismus schlägt – und ebenso für den Rechtsstaat, in dem wir leben. Und dass mein Wirken und Denken genau hierauf ausgerichtet sind. Ich werde nicht nachlassen, hierfür zu kämpfen."

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