SMS-Dienste: Wie US-Verlage eine überraschende Erlösquelle erschließen

10.11.2021
 
 

"SMS-Abonnenten sind wertvoller als Social-Media-Follower", sagt David Cohn vom Tech-Dienstleister Subtext im kress pro-Interview. Er verrät darin, wie US-Verlage von SMS-Abokanälen profitieren.

Auszug aus dem aktuellen Case in kress pro, dem Magazin für Führungskräfte in Medien:

kress pro: Was ist der Vorteil von SMS-Abokanälen gegenüber Social-Media-Auftritten oder Newslettern?

David Cohn: SMS haben für Betreiber zahlreiche Vorteile. Bei Twitter entscheidet erstens ein intransparenter Algorithmus darüber, wer welche Inhalte angezeigt bekommt. Wenn ein Drittel der jeweiligen Follower eines Profils einen Tweet tatsächlich sieht, dann ist das schon ein hoher Wert. Zweitens werden Follower sofort von weiteren Tweets zu ganz anderen Themen in ihrer Timeline wieder abgelenkt. Ähnlich ist das bei Facebook. Newsletter haben eine durchschnittliche Öffnungsrate von circa 25 Prozent. Außerdem erzeugt ein Newsletter keinen Dialog. Eine SMS dagegen wird garantiert ausgeliefert, die Öffnungsrate liegt bei über 90 Prozent, die Nutzer konzentrieren sich auf den Inhalt und können direkt darauf reagieren. Drittens gibt es auf SMS-Kanälen keine Probleme mit Trollen und unerwünschten Inhalten, da Nutzer sich mit Klarnamen anmelden müssen und Trolle kein Publikum haben. Die Antworten der SMS-Abonnenten sind nur im Dialog mit dem Kanalbetreiber bzw. Reporter sichtbar und nicht für die gesamte Gruppe der Abonnenten.

kress pro: Erleichtern SMS-Kanäle den Aufbau von Nutzerbeziehungen?

Cohn: Reporter und Medienunternehmen brauchen sich nicht um Social-Media-Performance-Indikatoren wie Klicks, Likes oder Retweets zu kümmern. Sie können sich auf die Belange ihres Publikums konzentrieren und echtes Engagement erzeugen, das in Form von kostenpflichtigen SMSAbos zudem direkt monetarisiert werden kann. SMS-Abonnenten sind somit viel wertvoller als Twitter- oder Facebook-Follower. Und aus der Nutzerperspektive? Über SMS können Nutzer nicht nur eine vertrauensvolle Beziehung zu einem Reporter aufbauen, sondern auch zu bestimmten Themen ohne eigenen Aufwand auf dem Laufenden bleiben, zum Beispiel zu Hurrikan Ida oder den Waldbränden in Kalifornien. Wenn ich mich für ein ganz bestimmtes Thema intensiv interessiere, bekomme ich von einer Person meines Vertrauens Pushnachrichten auf mein Smartphone, ohne dass ich mir die ständigen Wiederholungen von längst bekannten Nachrichten im Lokalfernsehen anschauen, Websites ansteuern, Twitter checken oder meine E-Mails öffnen muss und ohne dass ich nützliche Informationen im Social-Media-Heuhaufen suchen muss. Ich kann mit Reportern auf dem gleichen Weg wie mit Familie und Freunden kommunizieren und ich kann Reportern auf dem gleichen Weg eine Frage stellen wie einem Freund, der sich auskennt.

Wie sieht es aus der Nutzerperspektive aus? Wem gehören die Daten? Wie viele SMS-Abonnenten erreichen US-Verlage mit Subtext? Warum nutzen Verlage einen Dienstleister wie Subtext, anstatt SMS selbst zu verschicken? Welche Leistungen bietet Subtext? Was sind typische Beispiele für SMS-Kampagnen? Was kostet das? Operiert Subtext auch auf internationalen Medienmärkten?

Sie möchten den kompletten kress pro-Case von Ulrike Langer lesen - mit Tipps für SMS-Kampagnen? Dann bestellen Sie bitte die aktuelle kress pro-Ausgabe in unserem Shop.

Weitere Top-Themen in kress pro 8/2021:

Das einzigartige Datenprojekt Drive: Einer neuer Ansatz, um Digitalabos zu verkaufen.

Die 25 Newcomer des Jahres: Welche Führungstalente gibt es in den Medien?

Das Wichtigste aus den Medien - einmal am Tag: Jetzt den kressexpress bestellen

 

Ihre Kommentare
Kopf
Inhalt konnte nicht geladen werden.