Wie ist gerade die Stimmung bei RTL & Gruner + Jahr? Die beiden Co-Chefs Schäfer und Dang im Interview

16.11.2021
 

Seit zwei Monaten sind Matthias Dang und Stephan Schäfer Co-Chefs von RTL Deutschland. Dem Handelsblatt geben beide ihr Antrittsinterview und sprechen über die Fusion mit Gruner + Jahr. Dabei geht es auch um Arbeitsplätze und die derzeitige Stimmung bei den Teams in Hamburg und Köln.

In ihrem "Antritts-Interview" mit dem Handelsblatt betonen Stephan Schäfer und Matthias Dang ihre gute Zusammenarbeit. Zur Erinnerung: Zwischen Bernd Reichart, dem ehemaligen RTL-Deutschland-Chef, und Schäfer soll es dem Vernehmen nach weniger harmonisch zugegangen sein (kress.de berichtete).

"Die Themen sind so vielschichtig und vielseitig - da ist eine Doppelspitze, die sich so gut kennt, vertraut und ergänzt wie wir, eine Bereicherung. Wir stehen vor der Zusammenführung von G+J mit RTL. Wenn wir von unseren Teams möchten, dass sie gut miteinander zusammenarbeiten, stehen wir als Vorbild dafür natürlich auch ein", erklärt Stephan Schäfer.

Dang erinnert daran, dass er mit Schäfer schon seit 2015 eng zusammenarbeite und mit der Ad Alliance Deutschlands größten Vermarkter aufgebaut habe, in dem Gruner + Jahr und RTL gemeinsam ihre Werbeplätze und die weiterer Partner vermarkten.

Zur Person: Matthias Dang führt in seiner neuen Funktion als Co-CEO von RTL Deutschland unverändert alle kommerziellen, technologischen und digitalen Aktivitäten des Unternehmens. Er ist zudem CEO des deutschen Werbevermarkters Ad Alliance. Schäfer verantwortet in seiner neuen Funktion als Co-CEO von RTL Deutschland weiterhin die Inhalte und Marken von RTL Deutschland, inklusive des gesamten journalistischen Angebots. Er ist zudem CEO von Gruner + Jahr geblieben.

Der Hamburger Verlag und die Kölner TV-Gruppe sollen zum 1. Januar 2022 fusionieren. Kritik, dass Stern oder Geo zur Schreibfiliale von RTL verkommen könnten, weist Schäfer im Gespräch mit Michael Scheppe vom Handelsblatt zurück: "Wir schaffen das erste vollintegrierte Medienunternehmen über alle Gattungen. Wir sind Pioniere und bauen das Medienhaus der Zukunft." Für Medienschaffende sei es seit der Gründung des Privatfernsehens gerade die spannendste Zeit, weiß Stephan Schäfer.

Sein Co-Geschäftsführer Matthias Dang breitet den "Angriffsplan" aus: "Wir haben so viele starke Marken, sowohl bei RTL Deutschland als auch bei G+J - von 'RTL Aktuell' und 'Vox' bis 'Stern' und 'Gala'. Diese Marken gattungsübergreifend weiterzuentwickeln und in einer so fragmentierten Welt der Medienangebote unter einem Dach zu vereinen, ist unser klarer Angriffsplan. Wir werden investieren, um nach vorne zu gehen und gemeinsam zu wachsen."

Konkret sagt Dang im Handelsblatt, dass man im Journalismus und den Bereichen Tech und Data derzeit aufbauen würde. Ob durch den Zusammenschluss Arbeitsplätze wegfallen, beantwortet Dang ausweichend: Es entstünden "neue Positionen, andere werden sich verändern, manche auch wegfallen". "Das integrierte Medienunternehmen wird und muss perspektivisch anders aussehen als beide Häuser für sich in der Vergangenheit. Wir bauen unsere Organisation neu, um gemeinsam zu wachsen", erklärt Dang.

Der RTL-Co-Chef sieht bei "allen Anstrengungen und Veränderungen" eine "große Aufbruchstimmung bei unseren eigenen Teams in Hamburg und Köln": "Viele haben große Lust, ihr gewohntes Terrain zu verlassen und gemeinsam etwas Neues zu kreieren."

Tipp: Das Zusammengehen von RTL und G+J nimmt  Formen an. So will man künftig Streaming, Podcasts und Zeitschriften in einer einzigen Bezahl-App bündeln. Kann das gelingen? Lesen Sie den Artikel "Kalte Fusion" im neuen kress pro 9/2021, das am 17. November 2021 erscheint.

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