Die Impf-Wutrede von Bertelsmann-Eignerin Mohn

23.11.2021
 

Sie ist nicht nur Mitglied im Vorstand der Bertelsmann-Stiftung, sondern auch in der Bertelsmann Verwaltungsgesellschaft und Mitglied des Aufsichtsrats von Bertelsmann. In der Öffentlichkeit tritt Brigitte Mohn sehr zurückhaltend auf. Jetzt ist ihr auf LinkedIn der Kragen geplatzt.

Brigitte Mohn beginnt ihre Wutrede auf ihrer LinkedIn-Seite mit persönlichen Erfahrungen als normale Bürgerin und Mutter von schulpflichtigen Kindern:

"Nach fast 3 Jahren Krisen- und Managementerfahrung bzgl. der Handhabung und Eindämmung des Corona Virus muss man sich als normaler Bürger und Mutter von schulpflichtigen Kindern schon fragen, was hier wohl richtig ist - im Sommer mussten meine Kinder bei über 36 Grad Masken tragen und wurden in das Home Schooling verbannt, heute sitzen sie bei der hohen Inzidenz ohne Maske in der Schule! Wie bitte? Die letzten Jahre wurde eine maximale Kontaktbeschränkung auferlegt und jetzt gibt es Weihnachtsmärkte und Karnevalfeiern? Wie kann das sein?"

Mohn kritisiert die Politik: Konkret habe diese in den vergangenen Wellen schon vergessen, der Bevölkerung mehrsprachig und in laienverständlicher Sprache zu erklären, wozu die Impfung wirklich gut sei, was dabei im Körper passiert sei und warum Maskenpflicht und Abstandhalten sinnvoll sei. Alle Schilder in Supermärkten, Tankstellen, öffentlichen Plätzen seien ausnahmslos auf deutsch gewesen, so der Eindruck von Mohn. Man habe es also versäumt, "mehrsprachig ohne hohe Kosten" allen Bürgern nahe zu bringen, was auf dem Spiel steht.

Auch auf die Rolle der Medien geht die Bertelsmann-Eignerin ein, spricht von einem "Durcheinander der Medienberichterstattung, wie schrecklich Impfen doch ist und welche Todesfälle wieder dadurch entstanden sind". Dies alles würde die Impfbereitschaft nicht gerade erhöhen.

 

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"Vielleicht würde eine klare Linie und Haltung trotz des Ringens um eine politische Regierungsbildung helfen", schlägt Mohn vor. "Die Mediziner und auch die Pflegekräfte können nicht das abfangen, was im Vorfeld nicht eindeutig klar entschieden wird", weiß sie.

Emotional geht es in Mohns LinkedIn-Beitrag zu dem Thema Impfpflicht weiter:

"Wir haben die Masern-Impfpflicht in 2020 eingeführt, die Politik hat es umgesetzt! Da gab es keinen Aufschrei und wilde Fake News Kampagnen, kein ständiges Hinterfragen! Es wurde das medizinische Risiko bewertet und der Schutz der Bevölkerung in der Abwägung politischer Positionen entschieden. Wir als Patienten und Bürger wissen auch bei Hepatitis, Masern, Grippeimpfung nicht, welche Nebenwirkungen die Impfung hat. Es gibt sie - zum Glück! Als Schutz. Auf was warten wir jetzt nach der 3. Corona Welle???

Nach Mohns Meinung braucht es jetzt "klare, realistisch umsetzbare und wirksame Maßnahmen zum Schutz der Menschen" - diese sollten nicht verhandelbar sein. Interdisziplinär, medizinisch besetzte Expertengremien könnten hier kompetent unterstützen, rät die Medien-Managerin.

Mohn schließt ihren Beitrag mit den Worten:

"Es braucht manchmal Mut, um 'Nein' zu sagen und Mut, um Korrekturen umzusetzen. Aber Führung ist Privileg und Verantwortung gleichermaßen, wir warten darauf."

An Mohns LinkedIn-Wutrede schließt sich eine Debatte an. Julia Jäkel, die ehemalige G+J-Chefin, kommentiert: "Liebe Brigitte Mohn, Sie haben absolut Recht, mit allem. Ihre 'alte' JJ."

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