BDZV-Präsidium akzeptiert Döpfners Entschuldigung mit großer Mehrheit - er bleibt Präsident

24.11.2021
 

In seiner heutigen regulären Sitzung hat sich das Präsidium des BDZV mit der privaten Textnachricht seines Präsidenten Mathias Döpfner befasst. Das kam dabei heraus.

Mathias Döpfner bleibt nach einer Aussprache Präsident des BDZV. Dies hat das Präsidium des Verlegerverbands am Mittwochnachmittag mitgeteilt. Die Begründung des BDZV:

"Mathias Döpfner stellte zu Beginn der Sitzung das Zustandekommen und den Kontext seiner privaten Äußerung noch einmal dar und bekräftigte seine inhaltliche Distanzierung und ausdrückliche Entschuldigung. Nach einer eingehenden Diskussion haben die Präsidiumsmitglieder Döpfners Erläuterungen und Argumente mit großer Mehrheit für stimmig befunden und seine Bitte um Entschuldigung akzeptiert. Es sei unstreitig, dass die Diskussion über angebliche Haltungen und Standpunkte des Präsidenten dem Verband nicht gut getan hätten, so das Gremium. Die Formulierungen in der privaten Textnachricht seien selbstverständlich inakzeptabel und das Präsidium bekannte sich einmütig zu unabhängigem Journalismus, Presse- und Meinungsfreiheit. Nach der konstruktiven Diskussion stelle dies aber keinen Grund dar, die sehr erfolgreiche Arbeit des Präsidiums in den vergangenen Jahren in Frage zu stellen."

kress pro-Chefredakteur Markus Wiegand hat sich in seiner aktuellen Kolumne auch mit dem brisanten Thema befasst. Wiegand kam dabei zu folgendem Schluss:

"Dass Döpfner zum Rücktritt aufgefordert wird, ist dennoch unwahrscheinlich. Dazu gibt es im BDZV einfach zu wenig Revolutionäre oder wie es der Vertreter eines bedeutenden Mitglieds vor Monaten einmal ausdrückte, als Döpfners Facebook-Deal Wellen schlug: 'Wir sind eine feige Truppe.'"

Den kompletten Text ("Muss Mathias Döpfner als BDZV-Präsident zurücktreten?") und mehr Hintergründe können Sie hier lesen.

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) veröffentlichte Anfang November ein Interview mit Döpfner, in dem die Zeitung auf Stimmen verwies, die seinen Rücktritt als Verbandspräsident forderten und fragte, ob er zurücktrete. Der Springer-Chef antwortete unter anderem: Der Verband habe viel erreicht, das Wichtigste liege noch vor ihm. Zugleich sagte Döpfner: "Aber wenn eine Mehrheit der Mitglieder findet, dass ich durch eine sehr unglückliche Formulierung in einem privaten Meinungsaustausch zur Belastung für den Verband geworden bin, dann werde ich das selbstverständlich akzeptieren."

In der aktuellen Sitzung hat sich das BDZV-Präsidium auch mit weiteren zentralen Fragen für die Branche beschäftigt. An diesem Mittwoch stellt die Ampelkoalition ihren neuen Koalitionsvertrag vor. Die Verleger appellierten an die neue Regierung, die flächendeckende Zustellung der Zeitungen als eine Aufgabe zur Sicherung der Demokratie und des gesellschaftlichen Austauschs zu verstehen und zu unterstützen. So wie dies bereits seit Jahren in anderen europäischen Ländern gesehen und praktiziert werde.

Ferner forderte das BDZV-Präsidium, dass die Regulierungsarchitektur der großen Torwächterplattformen im Internet zugunsten fairer Wettbewerbsbedingungen für alle Marktteilnehmer verbessert werden müsse, sowohl auf europäischer wie auch auf nationaler Ebene.

Darüber hinaus appellierten die Verleger an die Bundesregierung, die Auskunftsrechte der Presse gegenüber Behörden deutlich zu stärken. Es könne nicht im Belieben einzelner Behörden stehen, Auskünfte willkürlich gegenüber Bürgern und Journalisten zu erteilen, je nach Opportunität des Themas.

An Konzepten und Ansätzen zur weiteren Modernisierung des Verbands werde das Präsidium arbeiten und sich darüber auf einer Delegiertenversammlung, dem obersten Beschlussgremium des BDZV, im Frühjahr 2022 beraten.

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