Wie Publisher jetzt in die Voice-Welt einsteigen

 

Der Hype um Smartspeaker und Sprachassistenten ist vorbei, doch ihre Entwicklung geht weiter. Auch einige Medienunternehmen sammeln weiter Erfahrungen mit der Voice-Technologie und erhoffen sich davon einen Vorteil, wenn eines Tages der Durchbruch ansteht. kress pro stellt zwei Ansätze von Spiegel und Radio FFH vor.

Auszug aus dem aktuellen Case in kress pro, dem Magazin für Führungskräfte in Medien:

Als Amazon vor sechs Jahren mit seinem smarten Lautsprecher Echo auf den Markt kam, schien die Sprachsteuerung vor einem gewaltigen Boom zu stehen, zumal der E-Commerce-Riese mit Alexa auch die passende Sprachassistentin an Bord hatte, die Nutzer bei ihren Anfragen an das Gerät die gewünschte Antwort geben sollte. Damit schien das auditive Web kurz vor dem Durchbruch zu stehen. Schließlich lassen sich Wünsche und Fragen schneller und bequemer per Sprache formulieren, als sie via Tastatur auf einem Gerät einzugeben.

Inzwischen ist der Hype um Smartspeaker und Sprachassistenten abgeklungen - auch weil sie nur wenig genutzt werden. Laut der "ARD/ZDF-Massenkommunikation Trends" rufen täglich nur 3 Prozent der ab 14-Jährigen ihrem Smartspeaker etwas zu.

Folgt man dem "Hype Cycle for Emerging Technologies" des Beratungsunternehmens Gartner, dann befindet sich Voice gerade in einer besonders kritischen Phase

Nach dem Innovationsauslöser folgte bei neuen Technologien oft ein rasanter Anstieg bis hin zu einem Gipfel der überzogenen Erwartungen. Den haben Sprachassistenten und Smartspeaker nach den Worten von Sven Rühlicke, Mitgründer und Chef der Voice-Agentur Wake Word, inzwischen überschritten. Jetzt geht es mit der Aufmerksamkeit für sie bergab - womöglich bis hinunter ins sogenannte Tal der Ernüchterung, von wo aus die Technologie den erneuten Aufstieg schaffen und schließlich das Plateau der Produktivität erreichen kann.

Ob es so kommt, lässt sich gegenwärtig nicht sagen. Doch Christian Daul, Geschäftsführer der Agentur Reinsclassen, ist zuversichtlich: "Langfristig wird sich Voice durchsetzen." Dafür sprechen für ihn auch die Aktivitäten der Techgiganten Amazon, Google, Apple und Microsoft, die "enormen Aufwand" bei diesem Thema betreiben. "Ich rate daher, beim Thema Voice nicht weiter zu warten, selbst wenn man nur überschaubare Budgets dafür einsetzen kann", sagt der Agenturexperte. Wer jetzt am Ball bleibe, der könne später von seiner "Pionierarbeit" profitieren und seinen Vorsprung gegenüber den Nachzüglern halten. Das sieht Matthias Streitz, Leiter der Entwicklungsredaktion des "Spiegel", ähnlich: "Das disruptive Potenzial für ein 'Next Big Thing' ist immer noch da. Medienmarken sollten nur nicht den Fehler machen, eine Mainstream-Akzeptanz auf mittlere Sicht oder schnelle Geschäftsmodelle mit guten Renditen auf Voice zu erwarten."

Das Hamburger Medienhaus ist seit 2016 bei Alexa dabei und hat sich laut Streitz auf diesem Feld die "Lizenz zum Experimentieren und Lernen" erteilt. Er bleibt Realist: "Bei allem Science-Fiction-Appeal muss man konstatieren: Die Mediennutzung auf Alexa und Google Home ist noch nicht aus der Nische der Tech-affinen Nerds herausgekommen. Aber es ist eine coole Nische." Und eine, in der es doch weiter vorangeht. Wie der "Online Audio Monitor" ermittelt hat, verfügen bereits 13,3 Millionen Menschen in Deutschland über einen Zugang zu einem Smartspeaker, das sind fast viermal so viele wie 2018. Und laut der Studie "The Age of Voice 3.0" treten aktuell bereits 52 Prozent der Onliner in Deutschland mindestens einmal pro Woche über verschiedene Geräte mit Alexa und Co. in Kontakt, 18 Prozent mehr als 2019. Treiber der Entwicklung sind vor allem die Gelegenheitsnutzer, deren Zahl von 21 auf 30 Prozent gewachsen ist. Ein Hemmschuh für Voice bleibt hingegen die Angst vor Überwachung, die durch Abhörskandale bei Google und Amazon verstärkt wird.

Auch für Publisher aus der Verlagswelt hat Alexa so seine Tücken. Die Nutzer bevorzugen bei Alexa eher Musik und Radio, fragen nach dem Wetter oder stellen den Wecker ein. Nachrichten werden lediglich von 35 Prozent genutzt. "Spiegel"-Entwicklungschef Streitz kennt den Grund dafür: "Nur mit der Stimme durch ein komplexes Produkt zu navigieren, das wird auf absehbare Zeit eine Herausforderung bleiben. Simple Skills sind da klar im Vorteil gegenüber den komplizierteren."

[...] Strategie 1: Freemium-Ansatz auf Voice-Apps transferieren

[...] Strategie 2: Das Login bei Alexa ausweiten

[...] Service: Wie für Publisher der Einstieg in die Voice-Welt gelingt

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