Presserat prüft Sammelbeschwerde mehrerer Wissenschaftler gegen Bild

08.12.2021
 

Der Deutsche Presserat prüft aktuell eine Sammelbeschwerde mehrerer Wissenschaftler gegen Bild und Bild.de. Stein des Anstoßes ist der Bild-Artikel "Die Lockdown-Macher".

Die Redaktion der Bild-Zeitung hatte am 4. Dezember drei namentlich genannte und im Bild gezeigte Wissenschaftler als "Lockdown-Macher" bezeichnet. Gegen den Beitrag und besonders gegen dessen Überschrift hatte die Humboldt-Universität Beschwerde beim Deutschen Presserat eingereicht (kress.de berichtete). Um den Bild-Artikel ist eine Medien-Debatte entbrannt.

"Insgesamt liegen uns dazu 84 Beschwerden vor", bestätigte Sonja Volkmann-Schluck, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit beim Deutschen Presserat. "Die Beschwerdeführer kritisieren, es werde der falsche Eindruck erweckt, dass Wissenschaftler Corona-Maßnahmen beschließen, für die aber die Politik verantwortlich sei. Dies schüre Verschwörungstheorien und sei zudem ein Aufruf zur Hetze gegen Wissenschaftler."

Der Deutsche Presserat prüft jetzt, ob er ein Verfahren gegen Bild und Bild.de einleitet. Dabei geht es um die Frage, ob die Redaktion ihrer Sorgfaltspflicht nach Ziffer 2 des Pressekodex nachgekommen ist bzw. ob die Berichterstattung dem Wahrhaftigkeitsgebot nach Ziffer 1 des Pressekodex entspricht.

Hintergrund: Der Deutsche Presserat ist die Freiwillige Selbstkontrolle der Printmedien und deren Online-Auftritte in Deutschland. Anhand von Beschwerden überprüft er die Einhaltung ethischer Regeln im Journalismus, die im Pressekodex festgehalten sind.

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