Bundespressekonferenz schließt Boris Reitschuster aus

22.12.2021
 

Der Journalist Boris Reitschuster ist nicht mehr Mitglied der Bundespressekonferenz. Wie der in Berlin ansässige Verein erklärte, seien die Voraussetzungen für eine Mitgliedschaft nicht mehr erfüllt. Reitschuster will sich wehren.

Konkret ging es demnach um die im Impressum seiner Webseite angegebene Firmenadresse in Montenegro. Die Satzung sehe vor, dass Mitglieder ihre Tätigkeit weit überwiegend in Berlin ausüben müssten. Reitschuster habe nicht glaubhaft machen können, wie es sich mit der Impressumsangabe verhält, teilte der Verein mit.

Wie der Deutschlandfunk berichtet, bezeichnete Reitschuster die Entscheidung in einem Statement als "haltlos" und kündigte juristische Schritte an. In einem auf Twitter veröffentlichten Post sprach er von einer "Säuberung" ohne "rote Linien".

Der frühere Moskau-Korrespondent des "Focus" schreibt seit 2015 für Medien wie Junge Freiheit und Tichys Einblick und betreibt einen eigenen Blog sowie einen YouTube-Kanal. Die Süddeutsche Zeitung warf Reitschuster im Februar vor, er missbrauche die Bundespressekonferenz für Propaganda und Verschwörungsmythen.

Hintergrund: Anders als in anderen Ländern werden Regierungspressekonferenzen in Deutschland nicht von der Regierung selbst veranstaltet, sondern von den Hauptstadtjournalisten. Über den Zusammenschluss der Bundespressekonferenz laden sie regelmäßig Regierungsmitglieder und andere für den politischen Diskurs relevante Personen ein. Statt eines Regierungssprechers entscheiden in der Bundespressekonferenz Journalisten über die Dauer der Pressekonferenzen und erteilen Fragenden das Wort.

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