Neue Ära: Belgische Mediahuis übernimmt Mehrheit im Medienhaus Aachen

10.01.2022
 

Es ist fix: Die Aachener Verlagsgesellschaft gehört als erstes deutsches Unternehmen zum belgischen Medienkonzern Mediahuis. Damit haben Aachener Zeitung und Aachener Nachrichten eine neue Heimat. Mehr über die Übernahme, die mit Spannung erwartet wurde.

Die Mediahuis-Gruppe hat zum Jahresbeginn 100% der Gesellschaftsanteile der Aachener Verlagsgesellschaft mbH (AVG) übernommen und ist damit neuer Mehrheitsgesellschafter der Medienhaus Aachen GmbH, in der unter anderem die Tageszeitungen Aachener Zeitung und Aachener Nachrichten sowie die Wochenzeitung Zeitung am Sonntag verlegt werden.

Die in Belgien, in den Niederlanden, in Irland und in Luxemburg tätige Mediahuis-Gruppe kaufte die AVG-Anteile von den Familien Ernst, Hofmann und Maas, welche nach dem Zweiten Weltkrieg die Aachener Zeitung (damals Aachener Volkszeitung) gegründet haben.

Mit dem Markteintritt der im belgischen Antwerpen beheimateten Gruppe in Deutschland unstreicht Mediahuis seinen Anspruch, auf dem Mediensektor in Europa zu wachsen. Mediahuis will die von Geschäftsführer (CEO) Andreas Müller und seinem Management-Team geführten Marken der Aachener Verlagsgesellschaft bei der digitalen Transformation unterstützen und damit einen Beitrag zur Sicherung des unabhängigen, regionalen Journalismus in der Region Aachen-Düren-Heinsberg leisten.

Gert Ysebaert, CEO der Mediahuis-Gruppe, sagt zur Strategie:

"Ich freue mich, dass wir die Akquisition der Aachener Verlagsgesellschaft erfolgreich abschließen konnten und heiße unsere neuen deutschen Kolleginnen und Kollegen in der Mediahuis-Familie herzlich willkommen. Zusammen mit ihnen und dem Aachener Management werden wir das Unternehmen erfolgreich und nachhaltig in die Zukunft entwickeln. Voneinander zu lernen und sich gegenseitig zu stärken, dies wird die treibende Kraft unserer Zusammenarbeit sein. Mediahuis glaubt bedingungslos an die Kraft eines starken und unabhängigen Journalismus. Das von unseren alten und neuen Mitarbeitern gesammelte Wissen, kombiniert mit den Synergien, die Mediahuis als Gruppe bieten kann, werden die Medienmarken des Medienhauses Aachen bei seiner digitalen Transformation weiter stärken. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit Andreas Müller und seinem Team.“

Für Andreas Müller, CEO des Medienhauses Aachen, läutet der Einstieg von Mediahuis für das Medienhaus Aachen "eine neue Ära" ein: "Bereits in den vergangenen Jahren haben wir uns bei der Entwicklung von Zukunftsstrategien für den Journalismus an verschiedenen Mediahuis- Marken wie NRC orientiert. Nun freuen wir uns, dass wir als erstes deutsches Medienhaus der Mediahuis-Gruppe beitreten. Die Erfahrungen aus dem internationalen Mediahuis-Netzwerk werden uns helfen, unsere Marken weiterzuentwickeln. Der gruppenweite Austausch wird dafür sorgen, dass wir mit unserer starken regionalen Identität und journalistischen Unabhängigkeit weiterhin unserer im Grundgesetz verankerten Verantwortung für unsere Gesellschaft gerecht werden können. Ich bin sicher, dass die Leserinnen und Leser unserer Angebote davon profitieren werden", so Müller.

Tipp: Lesen Sie auch die kress pro-Story: Spektakulärer Einstieg: Was die Belgier wirklich mit der Aachener Zeitung wollen.

Hintergrund: Seit seiner Gründung im Jahr 2013 hat Mediahuis ein Portfolio von Nachrichtenmedien und digitalen Marken aufgebaut. Zur Mediahuis-Gruppe gehören heute nationale Medienmarken wie De Standaard (Brüssel) sowie De Telegraaf und NRC (beide Amsterdam), aber auch regionale Medien wie De Limburger (Sittard/Niederländisch Limburg) oder Het Belang van Limburg (Hasselt/Belgisch Limburg). De Limburger und Het Belang van Limburg erscheinen in unmittelbarer Nachbarschaft zu Aachener Zeitung und Aachener Nachrichten. Die Mediahuis-Gruppe beschäftigt rund 4 300 Mitarbeiter und erzielt einen Jahresumsatz von mehr als 1 Milliarde Euro.

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Dank der richtigen Strategie führt Burda-Chef Paul-Bernhard Kallen ein kerngesundes Unternehmen mit hohen Digitalumsätzen. Wie er das geschafft hat und was er anderen jetzt empfiehlt.

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