Bild nimmt Kritik ernst - öffentliches Gespräch mit Wissenschafts-Organisationen

11.01.2022
 

"Bild möchte noch mehr ins Gespräch kommen. Mit jenen, über die Bild schreibt. Mit denen, die über Bild schreiben. Mit Kritikern wie Fans", kündigt die Axel-Springer-Zeitung eine neue Veranstaltungsreihe an. Chefredakteur Johannes Boie freut sich, dass gerade die Wissenschaftsorganisationen als erste mit Bild in den offenen Dialog treten.

"Sowohl die Wissenschaft als auch der Journalismus sind in der Pandemie besonders herausgefordert. Forscherinnen und Forscher sind aus ihren Laboren heraus zu öffentlichen Figuren geworden. Journalistinnen und Journalisten berichteten kritisch über hochkomplexe wissenschaftliche Sachverhalte. In der Wechselwirkung kommt es auch zu Reibung. Eine besondere Rolle spielt dabei der Boulevardjournalismus, der das Potential hat, sehr viele Menschen zu erreichen und so ihre politische Willensbildung prägt, heißt es weiter. Seit Beginn der Pandemie ist Bild immer wieder für seine zugespitzte Berichterstattung kritisiert worden, auch von wissenschaftlicher Seite, zuletzt aufgrund des Artikels 'Die Lockdown-Macher'. Bild nimmt Kritik ernst", heißt es in einer gemeinsamen Erklärung von Bild und Wissenschaftsorganisationen.

Bild hatte im Dezember breite Kritik wegen der Berichterstattung über die Pandemie auf sich gezogen. Konkret ging es um einen Artikel mit der Überschrift "Die Lockdown-Macher", in dem die Rolle mehrerer Wissenschaftler thematisiert wurde.

Eine Allianz von Wissenschaftsorganisationen kritisierte daraufhin, dass einzelne Forscherinnen und Forscher "zur Schau gestellt und persönlich für dringend erforderliche, aber unpopuläre Maßnahmen zur Pandemie-Bekämpfung verantwortlich gemacht werden". Das könne zu einem Meinungsklima beitragen, das an anderer Stelle bereits dazu geführt habe, dass Wissenschaftler sich physischer oder psychischer Gewalt ausgesetzt sahen oder bedroht wurden.

Beim Deutschen Presserat gingen bis Mitte Dezember fast 100 Beschwerden ein, es läuft ein Verfahren. Bild-Chefredakteur Johannes Boie hatte damals in einem Statement auf die Kritik reagiert.

Nun betonen Bild und Wissenschaftsorganisationen:

"Die Max-Planck-Gesellschaft, die Helmholtz Gemeinschaft, die Hochschulrektorenkonferenz und Bild sind sich ihrer Verantwortung und der Wichtigkeit ihres konstruktiven und sachlichen Miteinanders bewusst - aber auch der Kontrollfunktion der Medien. Daher ist es Bild und den führenden Wissenschaftsorganisationen Deutschlands wichtig, einen nach Vorn gerichteten Dialog zu vertiefen. Hier wird das öffentliche Gespräch ansetzen."

Die Veranstaltung findet am Freitag, 28. Januar 2022 um 12:30 Uhr bei Axel Springer in Berlin statt. Die Veranstaltung ist öffentlich und wird live gezeigt. Zur digitalen Teilnahme kann man sich hier anmelden.

Gesprächspartner sind: Prof. Otmar D. Wiestler, Präsident der Helmholtz Gemeinschaft, Prof. Michael Meyer-Hermann, Leiter der Abteilung System-Immunologie am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung, Dr. Viola Priesemann, Leiterin einer Forschungsgruppe beim Max-Planck-Institut, Prof. Michael Hallek, Uniklinik Köln, Mitglied des Wissenschaftsrates, behandelte in seiner Klinik bereits mehr als 600 Covid-Patienten intensivmedizinisch und Johannes Boie, Vorsitzender der Bild-Chefredaktionen.

Johannes Boie, Vorsitzender der Bild-Chefredaktionen, erklärt:

"Schlagzeilen bringen die Themen auf den Punkt. Sie spitzen zu, emotionalisieren, polarisieren. Mit unserer neuen Gesprächsreihe wollen wir über die Rolle und gesellschaftliche Herausforderung des Boulevardjournalismus in unserer Zeit sprechen. Ich freue mich sehr, dass gerade Wissenschaftsorganisationen als erste mit uns in diesen offenen Dialog treten."

Hintergrund: "Hinter den Schlagzeilen - Mit Bild im Gespräch" ist der Beginn einer Reihe, die auf Initiative von Bild im Wechsel mit unterschiedlichen Gesprächsteilnehmerinnen und -teilnehmern sowie weiteren Partnern stattfinden wird.

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Dank der richtigen Strategie führt Burda-Chef Paul-Bernhard Kallen ein kerngesundes Unternehmen mit hohen Digitalumsätzen. Wie er das geschafft hat und was er anderen jetzt empfiehlt.

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