Wie Funke Digital mit der Führungsmethode OKR messbare Ziele in den Mittelpunkt der Arbeit stellt

 

Funke Digital arbeitet seit gut zwei Jahren mit der Führungsmethode OKR, die messbare Ziele in den Mittelpunkt der Arbeit stellt. Wie man das Ganze einführt und was es bringt: 7 Fragen und Antworten im kress pro-Case.

Die Führungsmethode OKR ist in den 1980er-Jahren bei Intel entwickelt worden, doch richtig bekannt wurde sie durch den prominentesten Anwender: durch Google. Die Abkürzung OKR steht für "Objectives and Key Results". Die Grundidee: Die Führung, die Abteilungen und manchmal sogar einzelne Mitarbeiter eines Unternehmens definieren aufeinander abgestimmte und zueinander passende Sets aus maximal fünf Zielen fürs kommende Quartal mit jeweils vier mess- und überprüfbaren Kennzahlen. Nach drei Monaten ziehen sie Bilanz, und der Zyklus beginnt mit neuen Objectives und Key Results von Neuem. Die Ergebnisse jeden Durchgangs werden in Zahlen ausgedrückt und sind für alle Mitarbeiter sichtbar. Die OKR-Methode soll Unternehmen dabei helfen, sich auf ihre Ziele zu fokussieren, Ressourcen vernünftig einzusetzen und die Mitarbeiter besser zu motivieren.

Warum hat Funke Digital OKR eingeführt?

Vor allem Digitalunternehmen und Start-ups nutzen OKR, in Deutschland zum Beispiel Zalando, My Muesli oder Poster XXL. Geschäftsführer Stephan Thurm entschloss sich 2019, die Methode bei Funke Digital einzuführen. Er hatte damals den Eindruck, dass ein herkömmliches hierarchisches Führungsmodell an Grenzen stößt. "Wegen der Dynamik eines rein digitalen Unternehmens und der Heterogenität unserer Company ist es uns immer schwerer gefallen, uns übergreifend abzustimmen und sicherzustellen, dass jeder weiß, woran der andere gerade arbeitet", sagt er. Zudem hätten viele Mitarbeiter damals die Möglichkeit vermisst, für einen längeren Zeitraum konzentriert an einem Thema arbeiten zu können, weil sie mit häufig wechselnden Anforderungen konfrontiert waren. Thurm nennt einen dritten Grund, der ihn für OKR eingenommen hat: der starke Fokus auf die Messbarkeit von Ergebnissen. "Aus Unternehmenssicht ist es super, harte Kriterien für das Erreichen von Zielen zu haben", meint er. "Es ist dann schwerer, einen Misserfolg schönzureden oder unter den Tisch fallen zu lassen, und man kann Erfolge gut feiern."

Wie lief der Start ab?

Die Arbeit mit OKR bedeutet für ein Unternehmen eine tiefgreifende Veränderung, ist arbeitsintensiv und muss gut vorbereitet werden. Bei Funke Digital hat sich daher eine Projektmanagerin des Themas angenommen und in der Startphase einen Großteil ihrer Arbeitskraft dafür aufgewendet: Jana Suilmann. Sie hat für diese Aufgabe eine mehrtägige Ausbildung zum "OKR-Champion" gemacht. Externe Berater präsentierten zudem den Mitarbeitern die Methode, schulten und coachten Führungskräfte und waren bei den ersten OKR-Treffen dabei. "Damit alle mit der Methodik warm werden, sind wir mit einem Übungsquartal gestartet", sagt Suilmann. Im Juli 2019 war es so weit.

Bei einigen im Unternehmen habe es zum Start des Management-Tools Skepsis gegeben, gesteht Thurm ein, weil sie darin nur einen weiteren Zeiträuber sahen. "Im Endeffekt sind aber alle froh, dass wir es gemacht haben, weil wir jetzt in jedem Quartal eine interessante, gut strukturierte und manchmal auch kontroverse Diskussion über unsere Ziele führen."

Die OKR-Methode berührt grundsätzlich die betriebliche Mitbestimmung und die Rechte des Betriebsrats, doch ein solches Gremium existiert bei Funke Digital nicht.

[...] Wie sieht ein OKR-Zyklus aus? Was versteht Funke Digital unter Objectives und Key Results? Was passiert, wenn Ziele nicht erreicht werden? Was hat die Methode dem Unternehmen gebracht? Für welche Unternehmen ist OKR geeignet? Lesen Sie den kompletten Case im aktuellen kress pro - jetzt bestellen.

Sie möchten exklusive Medienstorys, spannende Debatten und Top-Personalien lesen? Dann bestellen Sie bitte unseren kostenlosen kressexpress. Jetzt für den täglichen Newsletter anmelden.

Ihre Kommentare
Kopf
Inhalt konnte nicht geladen werden.