Ab ins Training: So reagiert der Springer-Vorstand auf die Financial Times-Recherche

11.02.2022
 

Die Springer-Vorstände Mathias Döpfner, Jan Bayer, Stephanie Caspar und Julian Deutz haben sich in einem Brief an die Mitarbeiter gewandt und damit auf die Recherchen der Financial Times über die Reichelt-Affäre reagiert. Die Führungskräfte nehmen sich selbst mit in die Pflicht.   

"Viele von Euch werden den Artikel der Financial Times über das Compliance Verfahren bei Bild und die dadurch ausgelöste Berichterstattung verfolgt haben", schreiben die Vorstände Mathias Döpfner, Jan Bayer, Stephanie Caspar und Julian Deutz in dem Brief, aus dem der Spiegel zitiert. "Uns ist bewusst, wie unangenehm es ist, so etwas über unser Unternehmen zu lesen und darauf angesprochen zu werden. Das ist belastend und tut uns leid."

Zur aktuellen Berichterstattung der Financial Times wollen die Springer-Vorstände gegenüber ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nichts sagen. "Wir haben nach langer Diskussion - auch wenn es schwerfällt - beschlossen, uns zu dem Compliance-Verfahren nicht mehr detaillierter zu äußern", heißt es in dem Schreiben. Betonen wolle man lediglich, dass der "Financial Times"-Artikel "ein irreführendes Bild der Compliance-Untersuchung, der daraus gezogenen Konsequenzen, des gesamten Unternehmens und seiner Führung" zeichne. Ähnlich hatte bereits das Unternehmen Axel Springer in dieser Woche mitgeteilt. 

Döpfner, Bayer, Caspar und Deutz haben aber auch Konkretes zu vermelden: Bis 2023 sollen alle Springer-Topführungskräfte D&I-Leadership Trainings durchführen. D&I steht für Diversity und Inklusion. "Wir, als Vorstand, haben gerade ein solches Training absolviert", erklären die Vorstände in ihrem Brief an die Mitarbeiter. Ab dem nächsten Jahr will Springer einen jährlichen konzernweiten D&I-Bericht veröffentlichen.

Diversity sei mehr als Gendervielfalt. "Es geht beispielsweise auch um Vielfalt von Herkunft, Religion, sexueller Orientierung. Und vor allem auch um Meinungsfreiheit."

Weiter schreiben die Vorstände: "Über bereits bestehende Kanäle und Ansprechpartner, wie z.B. das Netzwerk der Vertrauenspersonen, die externe Vertrauensanwältin und das anonyme Hinweisgebersystem müssen wir noch besser kommunizieren", schreiben die Vorstände. "Und prüfen, ob weitere Kanäle notwendig sind."

Hintergrund: Bereits im vergangenen Dezember hatte Springer festgelegt, dass Beziehungen zwischen Führungskräften und Mitarbeitenden künftig intern offengelegt werden müssen (kress.de berichtete).

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