Was Webseiten heute können müssen - 8 Thesen von Digitalprofis

15.02.2022
 
 

Spiegel Online feierte 1994 als erstes Magazin im Web Weltpremiere. Fortan galt: Ohne eigene Homepage keine Überlebenschance als Medienhaus. Aber was funktioniert noch im Zeitalter von Plattformen und Apps? Das sagen die Digitalprofis.

Auszug aus einem aktuellen Case in kress pro, dem Magazin für Führungskräfte in Medien:

Gerüchte über den baldigen Tod der Website halten sich hartnäckig. Die Expertinnen und Experten, die wir befragt haben, halten dieses Szenario indes für "schwer übertrieben". Von "Spiegel" bis "Augsburger Allgemeine", von NZZ über Deutschlandradio bis Zeit Online heißt die Devise: Die Homepage ist tot, lang lebe unsere Homepage.

Ob Start-up in der Westschweiz oder alteingesessener Player in Berlin - für Auffindbarkeit und Reichweite ist die Website unverzichtbar und wichtig als Instrument zur Bindung an die Medienmarke, sagt auch Strategieberater Konrad Weber aus Zürich. Die eigene digitale Agora mache zudem unabhängig von Drittplattformen wie Facebook.

Aber was genau muss die eigene Webseite im Zeitalter der Plattformen können? Wie sieht das perfekte "User Experience Design" aus? Und wer macht das Rennen im Plattformmix: Web oder App? Unsere Learnings in acht Thesen:

1. Die Website ist die Visitenkarte eines Medienhauses

Für viele Menschen ist die Website die erste Adresse auf der Suche nach News. Da muss der erste Eindruck stimmen. Quirlig, bunt, laut oder seriös, aufgeräumt, übersichtlich - was spiegelt den eigenen publizistischen Stil am besten? Um die Handschrift sichtbar zu machen, ist gestalterisch viel möglich. So setzt Deutschlandfunk Kultur neuerdings auf visuelle Opulenz. Die eigene Multimedialität in den Vordergrund zu rücken, kann auch ein Differenzierungsmerkmal sein.

Als "Der Spiegel" sich im Januar 2019 in einem Big Bang radikal erneuerte und journalistisch mit Spiegel Online verband, machte sich das in einem Abo-Plus bemerkbar: Mehr als 4.000 waren es in den ersten sieben Tagen. Inzwischen wird selbst das regelmäßig übertroffen. Besonders bemerkenswert: Über 30 Prozent der Aufrufe in Artikeln kommen aus direktem Traffic. Für Entwicklungschef Matthias Streitz der Beweis: "Wer viel Liebe in die Homepage investiert - journalistisch, aber auch bei Design und Technik -, wird dafür belohnt. Das sollte man nicht aus dem Blick verlieren und an andere Plattformen delegieren."

2. Jede Unterseite ist wie eine eigene Homepage

Bei Regionalhäusern wie der "Augsburger Allgemeinen" ist nicht unbedingt die Startseite der initiale Einstiegspunkt in das Produkt. Der Großteil der Besucher kommt über Google, Social Media oder Newsletter direkt auf Artikelseiten. Sie fungieren also wie eine Landingpage und müssen das Qualitätsversprechen des Hauses genauso einlösen und verständlich Orientierung geben wie Start- und Übersichtsseiten.

Den Aufbau der Unterseiten hält Vize-Chefredakteur Yannick Dillinger sogar für noch wichtiger für den Spaß beim Besuch: "Wenn sich etwa Werbung ständig über den Artikel legt, ist es schnell vorbei mit dem Vergnügen." Und der Besucher weg. "Da kann die Übersichtsseite noch so toll und der Inhalt noch so relevant sein."

[...] 6 weitere Thesen lesen Sie im kompletten kress pro-Case von Senta Krasser. U.a. "Die Balance zwischen Tempo und Tiefe muss stimmen", "'Featureitis' interessiert Leser oft nicht". Jetzt kress pro bestellen.

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