Ex-Merkel-Sprecher und Bild-Journalist: ÖVP holt Georg Streiter als Berater

18.02.2022
 

Kurz vor dem Start des ÖVP-Untersuchungsausschusses über mutmaßliche Korruption und Machtmissbrauch in Österreich holt sich die konservative Partei einen Berater aus Deutschland.

Der ehemalige stellvertretende Regierungssprecher unter der damaligen Kanzlerin Angela Merkel (CDU), Georg Streiter, sei für die "strategische Kommunikation" während der parlamentarischen Untersuchung engagiert worden, bestätigte die ÖVP am Donnerstag gegenüber dpa. Das Gremium startet seine Befragungen über die Regierungszeit von Ex-Kanzler Sebastian Kurz am 2. März. Fast 30 Sitzungen bis Mitte Juli sind terminiert. Zum Auftakt wird Kanzler Karl Nehammer erwartet, der auch designierter ÖVP-Chef ist.

 

Streiter wolle künftig Hintergrundgespräche zum U-Ausschuss abhalten und eine neue Kommunikationsstrategie entwickeln, berichtete die Zeitung Der Standard (Donnerstag). Im vorangegangenen Ibiza-Untersuchungsausschuss hatte die ÖVP einen sehr konfrontativen Kurs gewählt und jeden Korruptionsvorwurf bestritten. Neue Chats legen den Verdacht nahe, dass ÖVP-Spitzenpolitiker sich bei diversen Postenvergaben auch außerhalb des Politikgeschehens für Parteifreunde eingesetzt haben könnten. Die öffentliche Diskussion darüber belastet das Image der Partei erheblich.

Zur Person: Der 66-jährige Streiter war vor seiner Zeit als stellvertretender Regierungssprecher unter anderem bei der Bild-Zeitung. Als deren Politikchef textete er 2005 nach der Wahl von Joseph Ratzinger zum katholischen Kirchenoberhaupt die legendäre Schlagzeile "Wir sind Papst".

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