Rote Zahlen bei Media Pioneer: Wie läuft es bei Gabor Steingart wirklich?

 

Laut Springer-Geschäftsbericht hat Media Pioneer, an dem der Konzern als Minderheitsgesellschafter beteiligt ist, im Jahr 2020 einen Verlust von 3,3 Mio Euro gemacht. Im aktuellen "kress pro" äußert sich Mediapionier Gabor Steingart zum wirtschaftlichen Kurs des von ihm geführten Medien-Start-ups mit dem Boot.

Ein Auszug aus der Kolumne "Aus unseren Kreisen" im neuen kress pro, dem Magazin für Führungskräfte in Medien, in dem Chefredakteur Markus Wiegand die Frage aufwirft:

Wie läuft es bei Gabor Steingart wirklich?

Natürlich brillant. Alle anderen Vokabeln existieren im Wortschatz des Tausendsassas nicht, wenn es um die Zukunftschancen für sein Start-up Media Pioneer geht. Harte Zahlen zur wirtschaftlichen Lage, um dies zu belegen, gaben die selbst ernannten Medienpioniere bisher allerdings nur wenige nach außen.

Insofern hat es durchaus Neuigkeitswert, wenn im Geschäftsbericht von Minderheitsaktionär Axel Springer (36,5 Prozent) notiert ist, dass Media Pioneer im Jahr 2020 einen Verlust von 3,3 Millionen Euro gemacht hat.

Das ist kein Wunder, schließlich ist das Start-up noch dabei, den Markt zu erobern. "Dass wir Verluste schreiben, ist keine Überraschung, sondern von uns so gewollt, geplant und immer auch so kommuniziert. Wir investieren!", schreibt Gabor Steingart denn auch auf Anfrage. 

Allerdings wirkt die Höhe des Minus für das kleine Unternehmen doch recht beachtlich. Kapitän Steingart wollte sich zu Umsatz und Verlust seiner Schiffsunternehmung auf "kress pro"-Anfrage nicht genauer erklären, sondern teilte mit: "Nice try. Aber wir veröffentlichen ja keine Plan- und keine Ist-Zahlen."

Um dann auszuführen, dass natürlich alles in bester Ordnung ist: "Fakt ist: Wir werden die gesteckten Ziele im Umsatz und Ergebnis erneut deutlich übererfüllen. Das war auch die Grundlage dafür, dass wir abgesichert durch den Aufsichtsratsbeschluss 8 Millionen Euro zusätzliches Investitionsgeld in den kommenden Jahren zur Verfügung haben."

Dies führe im Übrigen zu keiner Verschiebung der Gesellschafteranteile: "Das bedeutet, Steingart und Team halten weiter die Mehrheit der Stimmrechte und der Anteile."

Steingart würde in seinem Newsletter an dieser Stelle jetzt irgendwen zum Ausklang zitieren. Etwa sowas hier: Philosoph Karl Popper sagte: "Es gibt keine vernünftige Alternative zum Optimismus." Oder in den Worten des Media-Pioneer-Chefs: "Steingart ist im Angriffsmodus: Wir werden in 2022 beschleunigt investieren." Der Break-even ist nach eigenen Angaben für 2023 geplant. 

[...] Lesen Sie in der Kolumne auch, was Gregor Peter Schmitz eigentlich bei RTL macht, wer Chefredakteur der "Augsburger Allgemeinen" wird und warum Holtzbrinck und "Berliner Zeitung" sich so hart zoffen. Außerdem in kress pro 01/2022: alle Hintergründe zum Einstieg der belgischen Medahuis-Gruppe beim Medienhaus Aachen, ein Ranking der besten Arbeitgeber der Medienbranche und ein großes Staunen über die Bonusrunde, die sich die Springer-Vorstände genehmigt haben. Jetzt kress pro bestellen.

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