Was Springer und Döpfner jetzt in Bedrängnis bringt

 

Nach den unangenehmen Recherchen der Financial Times ist die Reichelt-Affäre für Springer-Chef Mathias Döpfner noch längst nicht ausgestanden. Packen noch mehr Insider aus? Aus der neuen kress pro-Kolumne.

Auszug aus der aktuellen kress pro-Kolumne "Aus unseren Kreisen":

Solange alles wirtschaftlich gut läuft, kann Mathias Döpfner wohl nichts passieren. Schließlich kontrolliert er als Anteilseigner inzwischen 44,4 Prozent der Stimmrechte. Andererseits befindet er sich schon in einer Schicksalsgemeinschaft mit seinen Mitgesellschaftern, dem humorlosen Finanzinvestor Kohlberg Kravis Roberts (KKR), der 35,6 Prozent hält, und der ebenso humorlosen kanadischen Pensionsgesellschaft CPP Investments (12,9 Prozent).

Und beide dürften wenig erbaut davon sein, dass die Reichelt-Affäre nach der "New York Times" nun im Februar von der "Financial Times" (FT) aufgenommen wurde. Die FT-Story warf Döpfner und Springer mit mittelmäßiger Beweisführung vor, die Affäre Reichelt im Frühjahr gezielt vertuscht zu haben.

Als Springer Ende vergangenen Jahres Wind von den FT-Recherchen bekam, war man intern noch zuversichtlich, dass der Spin der Geschichte soft ausfallen könnte. Döpfner selbst bot ein Gespräch an, das die FT-Chefin Roula Khalaf auch annahm. In seinem Sinne konnte Döpfner die Geschichte aber nicht beeinflussen.

Gefährlich für ihn und Springer: An einigen Stellen ist die Geschichte mit Informationen gespickt, die nur von einem oder mehreren Insidern stammen können: etwa brisante Zitate von einem Vorstand zum Fall Reichelt. Egal, wer der Maulwurf ist. Das Ziel war es, Döpfner und Springer zu schwächen. Wer immer das brisante Material rausgegeben hat: Die Quelle wusste ziemlich genau, was sie tut.

Ein anderes Thema könnte für Döpfner künftig aber ebenso wichtig werden: In der Affäre um die geleakte Textbotschaft von Benjamin von Stuckrad-Barre ist der Springer-Chef und BDZV-Präsident mit einem blauen Auge davongekommen. Mal sehen, ob da noch mehr kommt. In Berlin gibt es Menschen, die behaupten, dass sie im Besitz von weiteren Textnachrichten des Springer-Chefs seien, die politisch höchst inkorrekt seien. Sollten solche Nachrichten tatsächlich existieren und den Weg in die Öffentlichkeit finden, wird es im BDZV nicht nur ungemütlich für den Springer-Chef. Dann ist fertig.

[...] kress pro-Chefredakteur Markus Wiegand widmet sich in seiner Kolumne auch diese Fragen: Wie läuft es bei Gabor Steingart wirklich? Was macht Gregor Peter Schmitz bei RTL? Wer wird Chefredakteur in Augsburg? Warum gibt es Stress zwischen Berliner Zeitung und Holtzbrinck?  Jetzt das neue kress pro bestellen.

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