Béla Anda stoppt Podcast mit Gerhard Schröder - auch Ringier geht auf Abstand

02.03.2022
 

Einst war er unter Gerhard Schröder Regierungssprecher: Jetzt rückt Béla Anda vom Altkanzler ab. Der gemeinsame Podcast "Die Agenda" ist mit sofortiger Wirkung gestoppt. Auch der Schweizer Ringier Verlag legt die Zusammenarbeit mit Schröder auf Eis, der als Freund des russischen Präsidenten Wladimir Putin gilt.

Nachdem sein Büroleiter und Redenschreiber Albrecht Funk sowie weitere Mitarbeiter ihren Dienst bei Altkanzler Gerhard Schröder (77) quittiert haben, rückt nun auch sein langjähriger Pressesprecher Béla Anda (58) von ihm ab. Nach Informationen der Nachrichtenagentur spot on news stoppte Anda mit sofortiger Wirkung die Produktion des gemeinsamen Podcasts "Die Agenda". Andas PR-Agentur ABC Communication bestätigt die Nachricht. Eine Weiterführung sei zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich.

Die bislang wöchentlichen und rund halbstündigen Podcast-Folgen erschienen seit Mai 2020 immer dienstags und erreichten zuletzt über 360.000 Abonnenten bei über einer Million Downloads. In "Die Agenda" sprachen Schröder und Anda über "Aktuelles und Vergangenes, über sein heutiges Leben, seine Erfahrungen und Ansichten".

Anda war auch für die Social-Media-Aktivitäten des Altkanzlers bei LinkedIn verantwortlich.

Zur Person: Béla Anda wirkte während der rot-grünen Koalition unter Gerhard Schröder als Regierungssprecher und Chef des Bundespresseamtes. Kern seiner Amtszeit von 2002 bis 2005 war die Kommunikation der Agenda 2010.

Mit 22 Jahren war Anda bereits Politik-Chef von Welt am Sonntag, später arbeitete er als Chefreporter und Ressort-Leiter bei Bild, zuletzt als Mitglied der Chefredaktion, zuständig für Politik und Wirtschaft.

Seit 2016 leitet Anda die von ihm gegründete PR-Agentur Anda Business Communication.

Indes hat das Schweizer Medienunternehmen Ringier das Beratermandat von Altbundeskanzler Gerhard Schröder auf Eis gelegt. "Ringier sistiert das Beratermandat mit Altbundeskanzler Gerhard Schröder per sofort und bis auf Weiteres. Dies in gegenseitigem Einvernehmen", heißt es in der zweizeiligen Mitteilung.

Der frühere Bundeskanzler gilt als langjähriger Freund des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Vor dem Hintergrund des russischen Kriegs gegen die Ukraine wächst der Druck auf Schröder, sich von Putin zu distanzieren.

Schröder war seit 2006 für Ringier tätig. Zum Unternehmen gehören die Schweizer Boulevardzeitung Blick sowie Zeitschriften, Fernsehsender und Online- und Unterhaltungsdienste. 2017 hatte ein Ringier-Sprecher Schröders Aufgabe so umrissen: Schröder berate als "erfahrener Staatsmann mit herausragenden politischen, diplomatischen und wirtschaftlichen Beziehungen" den Verleger und die Geschäftsleitung "mit seinem umfassenden Know-how im Bereich der internationalen Geschäftsfelder".

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