Warum das Katapult-Magazin jetzt auch russische Journalisten einstellt

03.03.2022
 

"Wir haben heute die ersten 15 ukrainischen Journalisten eingestellt. 14 davon sind weiblich", meldet das Katapult-Magazin auf seiner Twitter-Seite. Auch eine Person aus Russland gehört ab jetzt zum Team von Benjamin Fredrich, Gründer und Chefredakteur des Magazins für Kartografik und Sozialwissenschaft. 

Das Katapult-Magazin geht auf Twitter näher auf die neu eingestellten ukrainischen Journalisten ein: "Vier flüchten derzeit Richtung Westen. Manche sind derzeit in ruhigeren Regionen der Ukraine, manche in absoluten Kriegsgebieten. Einige fragen uns nach schusssicheren Westen, Helmen, Smartphones, Laptops und Kameras. Wir schicken unseren neuen Leuten nun also nicht nur Geld, sondern auch Ausrüstung. Natürlich immer mit dem Aufforderung, dass sie sich trotz der besseren Schutzausrüstung nicht in Gefahr begeben sollen!"

Auch eine Person aus Russland sei eingestellt worden. Begründung: "Weils unfassbar wichtig ist. Der gesamte Krieg hat eine große Hoffnung: die russische Bevölkerung. Sie muss laut und unangenehm werden, aufstehen gegen das Militär, gegen die Politik, gegen Putin. Russ:innen werden derzeit getäuscht. Sie müssen die Wahrheit wissen. Freier Journalismus ist dafür entscheidend. Deshalb stellen wir ab jetzt auch russische Journalistinnen und Journalisten ein und werden ein ukrainisch-russisches Projekt! Wir überprüfen natürlich sehr genau, wen wir einstellen. Meldet euch!"

Als Plattform für die neuen Katapult-Journalisten soll der Twitterkanal twitter.com/KatapultUkraine dienen. Dort sollen sie berichten, tickern, Videos und Bilder hochladen.

Die Katapult-Macher sagen auf Twitter auch Dankeschön für die große Unterstützung: "Unsere Kosten explodieren gerade. Wir machen aus unserer Schule, die eigentlich Verlagshaus werden sollte, eine Flüchtlingsunterkunft und zahlen jetzt Gehälter für deutlich mehr Personen. Aber die Ausgaben sind egal! Weil wir euch haben, unsere Leserinnen und Leser. Ihr habt schon über 1.000 Abos für KATAPULT Ukraine abgeschlossen. Was für ein Wahnsinn! Ihr seid die, die das alles möglich machen. Herzlichen Dank! Wir dachten, wir machen viel, wenn wir unser Gehalt kürzen, aber dann kamt ihr und habt einfach nochmal 130.000 Euro obendrauf gespendet. Ihr macht uns fertig!"

Hintergrund: "Wir haben einen Krieg in Europa. Es ist Zeit, aus der Komfortzone herauszukommen. Katapult gründet eine eigene Ukraine-Zeitung mit Leuten aus der Region", kündigte zuletzt Benjamin Fredrich an, Gründer und Chefredakteur des Magazins für Kartografik und Sozialwissenschaft (kress.de berichtete).

Katapult wurde am 15. März 2015 in Greifswald gegründet. Seit dem 30. März 2016 wird das Magazin vierteljährlich gedruckt und in Deutschland, Österreich, Luxemburg, Liechtenstein und der Schweiz vertrieben. Das Heft ist 100 Seiten stark und wird derzeit (Ausgabe 21) 150.000 mal gedruckt.

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