Böhmermanns Sensationserfolg mit Klatsch-Magazin Freizeit Magazin Royale

09.03.2022
 

Vor rund einem Jahr hat Jan Böhmermann sein Klatschmagazin Freizeit Magazin Royale rausgebracht und den Verlagen Burda, Klambt, Bauer und Funke damit den Spiegel vorgehalten. Jetzt macht der ZDF-Satiriker den Kassensturz, verrät die Verkaufszahlen des Printheftes und nennt einen satten Gewinn.

"Vor rund einem Jahr haben wir Deutschlands einzig wahres Klatschmagazin rausgebracht, um der Frage nachzugehen: Kann man mit Skandal-Schlagzeilen und halbseriösem Halbwissen sagenhafte Auflagenzahlen erreichen und unermesslichen Reichtum erlagen? Wir haben Bilanz gezogen und das Ergebnis lässt Hubba Bubba Burda vor Schock glatt die Kaugummiblase platzen", heißt es im YouTube-Kanal von ZDF Magazin Royale.

Moderator Jan Böhmermann rechnet in einem rund 15-minütigen Video vor, wie "reich" man mit dem Freizeit Magazine Royale geworden sei. Demnach verkaufte das ZDF an den Kiosken 31.813 Exemplare des Printheftes. Online seien weitere 98.248 Hefte geordert worden - macht insgesamt 130.061 verkaufte Magazine. Die Erstauflage war "sofort" vergriffen, das ZDF druckte eine zweite Auflage von 120.000 Heften nach. Der Preis des 32-seitigen Heftes betrug 99 Cent.

Der Nettoumsatz Online betrug 268.559,82 Euro, der Nettumsatz Kiosk lag bei 14.716,70 Euro. Die Kosten für Freizeit Magazin Royale schlüsselt Böhmermann in seinem Filmchen minutenlang auf. Unter dem Strich blieb ein satter Gewinn übrig: "Wir haben 55.139,38 Euro mit dieser Quatschzeitung für 99 Cent verdient, und wir haben uns noch nicht mal richtig viel Mühe gegeben. Wir haben noch nicht mal Werbung verkauft. Wir hätten noch mehr Geld damit rauskitzeln können", sagt Jan Böhmermann in dem Video auf YouTube - und dreht damit den Verlagen eine lange Nase. Er sagt aber zugleich, dass man mit dem Projekt auch die Printwirtschaft habe stärken wollen. Das eingenommene Geld soll an 15 medienpädagogische Einrichtungen gespendet werden.

Hintergrund: Das Satireheft lag am 17. April 2021 vielerorts im Supermarkt und im Kiosk aus, und war von seiner Aufmachung her auf den ersten Blick kaum zu unterscheiden gewesen von den Unterhaltungs-Zeitschriften. Freizeit Magazin Royale, Untertitel: "Deutschlands einzig wahres Klatsch-Magazin", drehte sich allerdings nicht um die üblichen Stars und Sternchen, sondern um Verlegerinnen und Verleger großer Medienhäuser, die hinter den umgangssprachlich auch als Regenbogenpresse bezeichneten Blättern stehen, darunter Yvonne Bauer und Hubert Burda. ZDF-Satiriker Jan Böhmermann wollte mit der Parodie samt offensichtlich falschen Gerüchten und überspitzten Falschnachrichten in knalligen Überschriften Arbeitsweisen in der Branche kritisieren.

Beim ZDF hieß es dazu: "Aufgabe von Satire ist es, mittels Witz und Ironie aktuelle Themen aufzugreifen und den Diskurs über diese anzuregen: in diesem Fall wurde die Frage aufgegriffen, ob die 'Yellow Press' dem Journalismus zugeordnet werden kann und damit auch dessen Privilegien in Anspruch nehmen kann."

Sie möchten exklusive Medienstorys, spannende Debatten und Top-Personalien lesen? Dann bestellen Sie bitte unseren kostenlosen kressexpress. Jetzt für den täglichen Newsletter anmelden.

Ihre Kommentare
Kopf
Kressköpfe dieses Artikels
  • Noch kein kresskopf?

    Logo
    Dann registrieren Sie sich kostenlos auf kress.
    Registrieren
Inhalt konnte nicht geladen werden.