Russland sperrt "Bild.de"-Website

 

Die russische Medienaufsicht hat den Zugriff auf die Website "Bild.de" für Leser in Russland gesperrt.

Sie teilte dem Axel-Springer-Verlag laut dpa mit, man folge damit einer entsprechenden Aufforderung der Generalstaatsanwaltschaft, nannte aber keine genaueren Gründe. Hintergrund dürfte sein, dass "Bild" seit Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine auch auf Russisch über den Krieg berichtet. Übersetzte Texte erscheinen online, und Sendungen von "Bild TV" werden mit russischen Untertiteln ausgespielt. Einen russischsprachigen Kanal behält die Zeitung auch nach Sperrung der Website: Über die beiden "Bild"-Telegram-Kanäle http://t.me/hallo_bild und https://t.me/BILD_Russian können User in Russland weiterhin Informationen und Nachrichten über den Ukraine-Krieg lesen.

"Die Sperrung von Bild.de durch die russische Zensur bestätigt uns in unserer journalistischen Arbeit für Demokratie, Freiheit und Menschenrechte. Und sie bestärkt uns, russischen Bürgerinnen und Bürgern noch mehr Möglichkeiten zu geben, sich mit Nachrichten und Fakten über Putins Angriffskrieg in der Ukraine jenseits von der russischen Regierungs-Propaganda zu informieren", schreibt Chefredakteur Johannes Boie am Montag in der Zeitung.

In Russland sind bereits einige westliche und regimekritische Medien gesperrt: Schon vor Kriegsbeginn bekam die Deutsche Welle ein Sendeverbot und musste ihr Büro in Moskau schließen. Außerdem sind die russischsprachigen Seiten der BBC sowie Twitter, Facebook und Instagram blockiert.

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