Steigende Papierpreise: VDZ-Präsident Thiemann fordert "kurzfristige Hilfen" vom Staat

 

Zum 1. April tritt der neue Medienverband der Freien Presse (MVFP) an die Stelle des Verbands der Zeitschriftenverleger (VDZ). Rudolf Thiemann, VDZ- und designierter MVFP-Präsident, hat in einem Horizont-Interview verraten, wie er sich die zukünftige Lobbyarbeit vorstellt.

Der neue Verband wolle "noch schneller agieren und auch persönliche Kontakte besser ausspielen", verspricht Thiemann in dem Interview. Außerdem erwäge man, in eine stärkere Vertretung in den politischen Entscheidungszentren zu investieren, vor allem in Brüssel.

Zugleich habe die Geschäftsführung allerdings den Auftrag, "Synergien zu realisieren und die Strukturen so schlank und effizient wie möglich zu gestalten". Thiemann stellt konkret in Frage, ob jede Landesvertretung ein eigenes Branchenmagazin braucht. Er fordert zudem, das Verfahren zum Ausstellen von Presseausweisen zu verbessern und Seminare sowie Events auf Bundesebene und nicht nur für einen Teil der Republik zu veranstalten.

Mit dem Zeitungsverlegerverband BDZV will Thiemann enger zusammenarbeiten, ohne dass er sich für eine Fusion ausspricht: "Wer Strukturen zusammenführen will, muss sehen, wo beide Verbände stehen: Wir haben eben erst eine Reform vollbracht, die dazu geführt hat, dass der MVFP nun von seinen Mitgliedsverlagen getragen wird. Der BDZV hingegen wird getragen von zehn Regionalverbänden – das ist eine ganz andere Aufstellung". argumentiert er.

Der Name "Medienverband der freien Presse" soll die wichtige Rolle der freien Presse in der Demokratie unterstreichen: "Verlagshäuser dienen quasi als Infrastruktur für die Demokratie, zusammen mit den Zeitungen", sagt Thiemann. "So verstehen wir unsere Verbandsarbeit." Aus diesem Selbstverständnis leitet er Forderungen an die Politik ab. Konkret verlangt er etwa einen Ausgleich für die "horrende Steigerung" der Papierpreise: "Wenn dem Staat an der freien Presse etwas liegt, dann sollte er über kurzfristige Hilfen und Förderungen nachdenken. In der Frage der Benzinpreise tut er das aktuell ja auch. Darüber wollen wir mit der Politik schnell und konstruktiv ins Gespräch kommen." Eine weitere notwendige Förderungsmaßnahme sei die "Regulierung" der Preise für die Pressezustellung per Post.

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