Axel Springer: Stephanie Caspar geht, Niddal Salah-Eldin und Ulrike Handel werden Vorstand

 

Ulrike Handel ist im Vorstand von Axel Springer von Mai an für New Media National zuständig, und Niddal Salah-Eldin verantwortet von Juli an das neue Ressort Talent & Culture. Vorstandsmitglied Stephanie Caspar verlässt das Unternehmen hingegen.

Ein Umbau des Springer-Vorstands hat sich schon mit dem im März bekannt gewordenen Umzug von Vorstandsmitglied Jan Bayer, 51, in die USA angedeutet: Er soll vor Ort das internationale News-Media-Geschäft verantworten, das durch den Kauf von Politico Ende 2021 gewaltig an Flughöhe gewonnen hat. Bayer wird zum 1. Juli zum stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden von Springer befördert.

Seine Verantwortung für die nationalen Medienmarken übernimmt schon ab Mai Ulrike Handel, 50. Zu ihrem Beritt wird neben Bild und Welt auch die Shopping- und Vergleichsplattform idealo gehören. Handel war bereits zwischen 2000 und 2011 in Führungspositionen für Axel Springer tätig, insbesondere als Mitglied der Verlagsgeschäftsführung der Welt-Gruppe. Anschließend war sie u.a. als CEO & Chairman der ad pepper media International Gruppe sowie als CEO von Dentsu Germany & DACH tätig.

Für das neue Vorstandsressort Talent & Culture muss Finanzvorstand Julian Deutz Zuständigkeiten abgeben. Die 36-jährige Salah-Eldin hat von 2014 bis 2019 als Head of Social Media für die Welt gearbeitet, war dann Vize-Chefredakteurin bei der dpa und kehrte 2021 zu Springer zurück, um Leiterin der FreeTech-Academy zu werden, einer Mischung aus Journalistenschule und Tech-Programm. Diese Position behält sie auch als Vorstandsmitglied.

Mit dem neuen Ressort reagiert Springer offenbar auch auf die Reichelt-Affäre, in der Defizite in der Kultur von Teilen des Unternehmens deutlich geworden sind. Insbesondere das so wichtige US-Geschäft drohte in der Folge Schaden zu nehmen. Den "unterschiedlichen kulturellen Herausforderungen in den verschiedenen Unternehmensbereichen und allen weiteren People-Themen" solle "höchste Priorität" eingeräumt werden, so Springer in einer Pressemitteilung.

Eine, der nachgesagt wird, dem Treiben von "Bild"-Chef Julian Reichelt zu lange zugesehen zu haben, ist Stephanie Caspar. Die 48-Jährige verlässt das Unternehmen zum 31. Juli "im besten gegenseitigen Einvernehmen". Sie war im Springer-Vorstand zuletzt für das Segment Classifieds Media zuständig. Ihr Ressort soll laut Springer "nach dem möglichen Börsengang von StepStone neu zugeschnitten werden".

Laut Handelsblatt ging die Trennung von Caspar selbst aus. Sie sei durch die Reichelt-Affäre gefrustet gewesen und habe mit der Führungskultur im Haus gehadert: "Schon im vergangenen Jahr reifte bei ihr daher das Bewusstsein, sie müsse ihren Job wechseln", schreibt die Wirtschaftszeitung unter Berufung auf Springer-Kreise. Caspars Weggang habe Springer indes unter "Zugzwang" gesetzt, den Vorstand umzubauen und zu erweitern, weil sie die einzige Frau im Vorstand war und dringend Ersatz her musste.

Die offizielle Begründung für den Umbau der Führungsetage kommt von Aufsichtsratschef Ralph Büchi: "Mit der Erweiterung des Vorstands kann Axel Springer den erfolgreichen Wachstumskurs nach den letzten Akquisitionen in den USA gestärkt fortsetzen", schreibt er in der Pressemitteilung. Der neue Zuschnitt der Vorstandsressorts eröffne durch die stärkere Fokussierung neue Chancen. Ulrike Handel und Niddal Salah-Eldin hätten in ihren bisherigen Stationen bewiesen, "dass sie Axel Springer maßgeblich voranbringen können", und Caspar habe "mit ihrer Erfahrung und durch ihre Persönlichkeit entscheidend daran mitgewirkt, Axel Springer zu dem führenden digitalen Medienunternehmen zu transformieren, das wir heute sind".

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