Julia Jäkel warnt vor Twitter-Übernahme durch Elon Musk

 

Die ehemalige G+J-Chefin Julia Jäkel sieht die Demokratie in Gefahr, sollte Elon Musk Twitter kaufen. "Demokratie hängt inzwischen ab von der Gnade einzelner Milliardäre, die globale Informationsplattformen kontrollieren", beklagt sie in einem Linkedin-Post.

Musk hält bereits rund neun Prozent an Twitter und will das Unternehmen jetzt komplett übernehmen - auch gegen den Widerstand des Vorstands. Er habe "technisch gesehen" die nötigen Mittel, um den etwa 37 Milliarden Euro schweren Deal durchzuziehen, twitterte er. Dem widerwilligen Vorstand stellte er die Streichung des Gehalts in Aussicht.

"Wie kann es sein, dass wir es als Gesellschaft zulassen, dass ein Einzelner unsere kommunikative Infrastruktur bestimmen kann?", fragt Jäkel in ihrem Beitrag rhetorisch. "Und wie kann es sein, dass wir - in diesem Fall der amerikanische Gesetzgeber - keinen Gesetzesrahmen entwickelt haben, der so eine Entwicklung verhindern kann?" Jäkel verweist in diesem Zusammenhang auf frühere Fehlentwicklungen wie den Brexit und die Wahl Donald Trumps. Zwar bewundere sie die "Kreativität und Schaffenskraft" von Musk, doch seine Twitter-Pläne sehe sie mit Sorge.

Zur Person: Julia Jäkel war bis 2021 CEO von Gruner+Jahr. Sie ging, nachdem Bertelsmann ankündigte, den Verlag mit RTL zusammenzulegen. Seit ihrem Ausstieg bei G+J hat Jäkel eine Reihe von Aufsichtsratsmandaten übernommen, zuletzt bei Adevinta aus Norwegen, dem weltgrößten Betreiber von Online-Kleinanzeigenportalen.

Sie möchten exklusive Medienstorys, spannende Debatten und Top-Personalien lesen? Dann bestellen Sie bitte unseren kostenlosen kressexpress. Jetzt für den täglichen Newsletter anmelden.

Ihre Kommentare
Kopf
Inhalt konnte nicht geladen werden.