"WE WANT YOU!": Wie Julian Reichelt auf Linkedin Personal sucht

 

Ex-Bild-Boss Julian Reichelt stellt ein: Via Linkedin sucht er Autoren, einen Platform-Director Youtube, Newsletter-Redakteure, Grafiker und Cutter für sein neues Medienunternehmen Rome Medien.

Reichelt hat die Rome Medien GmbH Ende März gegründet. Laut Handelsregister bezweckt sie die "Produktion, die nationale Verbreitung und Vermarktung von Medieninhalten durch diverse Verbreitungskanäle".

In seinem Linkedin-Post unter der Überschrift "WE WANT YOU!" beschreibt Reichelt den Unternehmenszweck etwas unverblümter - und frei von jeder Bescheidenheit sowieso: "Die Stimme der Mehrheit. Die Reichweite der Zukunft. Aussprechen, was Millionen bewegt. Das ist unsere Vision. Wir glauben an die Kraft der bewegten Bilder, an Video, an Broadcast. Wir werden Deutschlands erste digitale Talk- und Meinungsmarke."  Schenkt man Reichelt Glauben, geht es in den Redaktionsräumen in den Aqua-Höfen Berlin, direkt über dem Nachtklub Ritter Butzke, recht unterhaltsam zu. Er verspricht jedenfalls "jeden Tag Spaß in Deutschlands unWOKEster Redaktion und Konferenzen, die oft so lustig sind, dass man sie eigentlich live übertragen müsste".

Einige der Anforderungen, die Reichelt an seine Mitarbeiter in spe stellt: Die Autoren sollten "gesellschaftliche Debatten durchdringen" und Humor haben, "diese ernsten Debatten in Pointen auszudrücken". Und der Platform-Director Youtube sollte nach Möglichkeit den Youtube-Algorithmus besser als Youtube kennen und sich zutrauen, "eine Marke für ein Millionen-Publikum aufzubauen". Anyone? Ach ja: Reichelt sucht Mitarbeiter "(M/W)", vom "D" ist nicht die Rede. 

Der Spiegel hat Anfang April bereits Details zu Reichelts neuem Unternehmen und Namen von Mitstreitern genannt, die schon an Bord sind:  Zu seiner lustigen Truppe gehören demnach bereits Janina Lionello (ehemals Redakteurin bei den Nürnberger Nachrichten), Ute Oelker (Ex-Fotochefin der Neuen Post) sowie seine Bild-Getreuen Sebastian Vorbach und Willi Haentjes.

Personalführung gehört bislang nicht zu den Kernkompetenzen des Ex-Bild-Chefredakteurs: Ende Oktober 2021 reagierte Axel Springer auf Medienberichte über seinen Machtmissbrauch und feuerte ihn, weil er Privates und Berufliches nicht klar getrennt und den Vorstand belogen habe.

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