Exklusiv: Warum der Zeit Verlag gerade jetzt einen Helmut-Schmidt-Zukunftspreis ins Leben ruft

 

Der Zeit Verlag verleiht am 28. Juni zusammen mit der Bundeskanzler-Helmut-Schmidt-Stiftung und The New Institute erstmalig die neue, mit 20.000-Euro dotierte Auszeichnung. Im kressköpfe-Interview erklärt Jurypräsident Uwe Jean Heuser, Zeit-Ressortleiter Green, welche Persönlichkeiten er mit dem Helmut-Schmidt-Zukunftspreis ehren will.

Der Helmut-Schmidt-Zukunftspreis soll künftig jährlich an eine internationale Persönlichkeit überreicht werden, "die mit ihrem bedeutenden Wirken für Demokratie und Gemeinwohl steht", heißt es bei der Zeit in Hamburg. Der Helmut-Schmidt-Zukunftspreis wird erstmals am 28. Juni in der Elbphilharmonie verliehen. Preisgeld: 20.000 Euro.

Die Jury ist hochkarätig besetzt, den Vorsitz hat Uwe Jean Heuser, Ressortleiter Green bei Die Zeit und Herausgeber von Zeit für Unternehmer, der auch Dozent der Uni St. Gallen und Honorarprofessor der Leuphana Universität Lüneburg ist.

Weitere Mitglieder der Jury sind die Innovationsökonomin Francesca Bria, Carsten Brosda (Senator der Behörde für Kultur und Medien der Freien und Hansestadt Hamburg), Christoph Gottschalk von The New Institute, Max Hollein (Direktor des Metropolitan Museum of Art), Nina-Kathrin Wienkoop (Bundeskanzler-Helmut-Schmidt-Stiftung) sowie Daniel Ziblatt (Eaton-Professor für Regierungswissenschaften an der Harvard Universität).

Im Interview mit kress.de erläutert Uwe Jean Heuser die Motive, den neuen, symbolkräftigen Preis ins Leben zu rufen:

kress.de: Herr Heuser, warum heißt Ihr Preis eigentlich "Zukunfts-"preis?

Uwe Jean Heuser: Weil er nach vorne schaut. Der Preis ehrt Menschen, die mit innovativen Leistungen für Gesellschaft und Demokratie die Welt in der einen oder anderen Form besser machen - und die ein großes Potenzial für die Zukunft haben. Die Auszeichnung ist also ein Ansporn und eine Unterstützung für mehr. Begleitet wird seine Vergabe daher auch von Debatten und Präsentationen junger Reformerinnen und Reformer. 

kress.de: Warum Helmut Schmidt als Namensgeber für den Preis?

Heuser: Helmut Schmidt war nicht nur ein Mann der Tat, sondern auch der Analyse. Er dachte in langen Zeiträumen über das nach, was war und wie es sich künftig weiterentwickelt. Innovationen und bessere Lebensverhältnisse gingen für ihn Hand in Hand. Konservieren hieß für ihn Verlieren, etwa wenn es um das Projekt Europa ging. Deshalb passt die Zielrichtung des Preises sehr gut zu seinem Namensgeber. 

kress.de: Es gibt keinen echten Mangel an Ehrungen und Auszeichnungen. Warum braucht es gerade jetzt so einen Preis?

Heuser: Selten war es so deutlich: Die Menschheit und ihr Planet brauchen Veränderung. Für Frieden und Freiheit. Für Umwelt und Klima. Für Chancengleichheit und sozialen Ausgleich. Positive Veränderung braucht mehr denn je Ideen und Mut. Von uns allen und besonders von denen, die an entscheidenden Stellen etwas voranbringen können. Dazu kann der Zukunftspreis hoffentlich einen Beitrag leisten. 

kress.de: Es ist ja nicht so, dass der redaktionelle Alltag und die Verantwortung für so zentrale Themen nicht schon fordernd genug wären. Wie knifflig ist es denn für Sie, die Planungen, Bewertung, Auswahl und Durchführung eines so beachtlichen neuen Verlagsprojekts in die täglichen Verpflichtungen zu integrieren?

Heuser: Die Entwicklung des Preises und auch die erste Vergabe sind schon eine Sonderanstrengung, und das mehr noch für diejenigen, die sich um die ganze Organisation kümmern, als für mich. Meines Erachtens lohnt sich das aber. Persönlich, weil es eine weitere Gelegenheit war, bei der Zeit gemeinsam mit Anderen etwas Neues zu schaffen. Außerdem in der Sache: Innovation für eine bessere Gesellschaft war selten wichtiger als heute. Und dass dies im Namen Helmut Schmidts geschieht, dem ich mich verbunden fühle, ist ein zusätzlicher Ansporn.

kress.de: Welchen Nutzen und welche Einblicke versprechen Sie sich zusätzlich für die journalistische Arbeit und in welcher Form wird der neue Preis auch redaktionell in der Zeit seinen Niederschlag finden?

Heuser: Wir werden den Zugang zum Preisträger/zur Preisträgerin wohl auch journalistisch nutzen. Es wäre fast verrückt, das in dem Fall nicht zu tun. Auch die Jury-Mitglieder sind allesamt spannende Personen, der Austausch führt fast automatisch zu neuen Ideen.

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