Wer hat beim Stern künftig das Sagen?

 

In der Branche wird mit Spannung erwartet, wer den Stern nach der Übernahme durch RTL in die Zukunft führt. Markus Wiegand befasst sich in kress pro mit Gregor Peter Schmitz, Anna-Beeke Gretemeier und Florian Gless und wundert sich über das Rumgeeiere bei der Spitzenpersonalie.

Auszug aus der aktuellen kress pro-Kolumne "Aus unseren Kreisen":

Wer führt den "Stern" nach der RTL-Übernahme in die Zukunft?

Darauf kann es eigentlich nur eine Antwort geben: Gregor Peter Schmitz, ehemaliger Chefredakteur der "Augsburger Allgemeinen". Das jedenfalls sagen unisono Quellen, die nah am Thema dran sind. Er soll angeblich Chef der Marke werden und die Verantwortung über alle Kanäle von Print über Online bis TV und Audio übernehmen.

Das Eigentümliche an der Personalie ist nur, dass sich alle bisher scheuen, die neue Position von Schmitz zu bestätigen. Obwohl der Wechsel bereits vor fast einem halben Jahr eingetütet wurde und Gregor Peter Schmitz am 1. April offiziell gestartet ist, ließ sich auch hinter den Kulissen bis Redaktionsschluss keine Bestätigung für die genaue Position des prominenten Neuzugangs finden.

Eigentlich müssten wir die Geschichte als Case in einem der nächsten "kress pro"-Hefte bringen: Als Beispiel, wie man eine Personalie nicht kommuniziert.

Informell wird zwar darauf verwiesen, dass die komplizierte Fusion von RTL Deutschland mit Gruner+Jahr der Grund für die Verzögerung der Inthronisierung sei, intern aber blühen die Spekulationen.

Denn natürlich ist angesichts des Rumgeeiers bei der Spitzenpersonalie die Frage naheliegend, was eigentlich mit dem bisherigen Chefredaktionsduo Anna-Beeke Gretemeier und Florian Gless an der Spitze des "Stern"- Hefts passiert. Vor allem um den männlichen Teil der Doppelspitze halten sich Abschiedsgerüchte. Beide leiten die Redaktion seit Beginn 2019 - mit einem überschaubaren Leistungsausweis. Sie haben allerdings längst nicht so viel falsch gemacht, wie Kritiker ihnen vorwerfen. Die Printverkäufe liegen so lala im Branchenschnitt. Digital allerdings hinkt der "Stern" seit Jahren hinterher und hat das Thema Digitalvertrieb anders als "Spiegel" und "Zeit" zu spät priorisiert. Das allerdings kann man nicht nur der Chefredaktion anlasten.

Die größte Schwäche von Gretemeier und Gless ist es dagegen, dass sie es nicht geschafft haben, eine zukunftstaugliche Vorstellung zu entwickeln, wofür der "Stern" inhaltlich eigentlich stehen soll. Dabei könnte einer wie Schmitz natürlich helfen. Noch allerdings ist er ja angeblich der bestbezahlte Frühstücksdirektor des deutschen Journalismus. Ohne Funktion und Titel arbeitet er gerade an irgendwas. Vielleicht.

[...] In der kress pro-Kolumne "Aus unseren Kreisen" befasst sich Chefredakteur Markus Wiegand auch mit folgenden Fragen: Wie läuft der Digitalabo-Verkauf beim Spiegel? Wie viel Geld hat die "Zeit" für die UkraineHilfe gespendet? Fördert Karl Lauterbachs Gesundheitsministerium Verschwörungstheorien? Warum ärgern sich jetzt Kunden über Piano? Übernehmen die Frauen jetzt den Vorstand von Axel Springer? Warum gibt es derzeit so viel Unruhe beim "Tagesspiegel"? Die Antworten können Sie jetzt in kress pro lesen.

Die Titelthemen in der aktuellen kress pro, dem Magazin für Führungskräfte in Medien:

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