Job-Boom bei der FAZ: Wie die Suche läuft und welche Fähigkeiten besonders gefragt sind

 

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung will 25 Journalisten einstellen. Wie die Personal-Offensive vorankommt und was jemand mitbringen muss, der bei der FAZ anfängt, sagen Herausgeber Carsten Knop und Personalchef Simon Haug im medium magazin-Interview.

Auszug aus einem Interview im aktuellen medium magazin, das wie kress.de im Medienfachverlag Oberauer erscheint:

medium magazin: Herr Knop, Herr Haug, warum investieren Sie jetzt ins Digitale? Ist das die letzte Chance, bevor Print endgültig zu verlustträchtig wird?

Carsten Knop: Es ist nicht die letzte Chance. Wir haben ein stabiles Printgeschäft und wir finanzieren den Ausbau aus der Kraft des Digitalgeschäfts heraus. Der Markt wandelt sich schnell. Wir müssen weiter Gas geben – auch in Zukunft unter größerem Wettbewerbsdruck.

Simon Haug: Wir halten die Geschwindigkeit hoch, um unsere exzellenten Produkte weiterzuentwickeln. Podcasts und Datenjournalismus sind Erweiterungen zu bestehenden Skills.

Wie lief die Suche nach neuen Kollegen bisher?

Haug: Mehr als die Hälfte der Stellen sind besetzt. Wir haben vielversprechende Menschen kennengelernt.

Knop: Wir kommen gut voran und haben insbesondere auch tolle Kolleginnen an Bord geholt. Je mehr es in die Richtung Programmieren geht, desto schwerer wird es jedoch, Mitarbeiter zu finden.

Sie investieren vor allem in den digitalen Bereich. Suchen Sie eher junge oder eher erfahrene Redakteure?

Knop: Wir haben neue Kollegen mit vielen Jahren Berufserfahrung, aber auch welche, die frisch aus dem Volontariat kommen. Es ist eine gesunde Mischung.

Hat man als über 35-jähriger Lokalredakteur eine Chance bei der FAZ?

Knop: Genau davon haben wir gerade ein halbes Dutzend eingestellt.

Was muss jemand mitbringen, der bei der FAZ anfangen will?

Haug: Man braucht intellektuelle Neugier, die vielbeschworene Freiheit im Kopf und die Fähigkeit zum kritischen Denken. Ein großer Vorteil dieses Hauses ist es, dass Leute sich entfalten können. Der Markt bewegt sich wahnsinnig schnell. Wir sind ein sehr modernes Haus und die Chancen, sich weiterzuentwickeln, sind unheimlich hoch. Begeisterung für guten Journalismus und gute Geschichten ist natürlich auch wichtig.

Knop: Ich stimme dir zu. Das fachliche Können ist nur die Grundvoraussetzung.

Was für Menschen arbeiten gerade insbesondere in der digitalen Redaktion? Und was für eine Stimmung herrscht dort?

Haug: Ich tippe mal das Durchschnittsalter auf 30 bis 35 Jahre. Die Digitalkollegen sind eher jünger, aber wir haben auch  erfahrene Kollegen, die sich schon lange im Onlinebereich bewegen und auf Erfahrung in Krisen zurückgreifen können. Im Newsroom herrscht eine konzentrierte Arbeitsamkeit. Man ist fokussiert, aber es gibt auch Raum für Geselligkeit. Es gibt eine hohe Kollegialität und eine große Freundlichkeit. Viele Kollegen treffen sich auch privat. Das ist schön zu beobachten.

Knop: Demnächst ziehen wir in ein neues Verlagsgebäude ein paar hundert Meter weiter. Dort haben wir einen sehr hellen, modernen Newsroom. Unser altes Gebäude ist aber nicht unmodern. Die Kollegen blicken auf einen sehr begrünten Innenhof. Es gibt viel Licht.

[...] Im komplette Interview von Jan Söfjer mit Carsten Knop und Simon Haug geht es auch um Dresscode, Haltung und dem besonderen Verhältnis von Print- und Online-Redaktion bei der FAZ. Das Gespräch ist Teil des Spezials: "Arbeitsmarkt 2022: Von Krise keine Spur: Wo es in der Medienbranche jetzt offene Stellen gibt und welche Skills besonders gefragt sind." Jetzt das neue medium magazin bestellen.

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