dpa fährt 2 Millionen Euro Jahresüberschuss ein - neuer Newsroom für Zentralredaktion

22.06.2022
 

"Die hervorragende Teamleistung aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Unternehmensgruppe ermöglicht unsere journalistische und wirtschaftliche Erfolgsbilanz", hebt dpa-Chef Peter Kropsch bei der Vorlage der Geschäftszahlen hervor. Chefredakteur Sven Gösmann kündigt den Umzug in einen neuen Newsroom in Berlin an.

Deutschlands größte Nachrichtenagentur dpa hat sich auch im zweiten Corona-Jahr positiv entwickelt: So konnte der Umsatz der Kerngesellschaft Deutsche Presse-Agentur GmbH auf 101 Millionen Euro (Vorjahr: 93,9 Millionen) gesteigert werden. Der Jahresüberschuss beträgt zwei Millionen Euro (Vorjahr: 1,6 Millionen). Auch die Unternehmensgruppe insgesamt blickt auf positive Zahlen. Der Jahresumsatz 2021 erhöhte sich auf 156,8 Millionen Euro (Vorjahr: 143,9 Millionen).

Die Zentralredaktion bezieht im kommenden Jahr neue Räumlichkeiten in Berlin. Ein neu konzipierter Newsroom im Zentrum der Hauptstadt soll optimale Bedingungen für eine moderne Nachrichtenagentur und die vielfältigen Erfordernisse der digitalen und multimedialen Medienlandschaft bieten. Das gab die dpa am Mittwoch bei ihrer 73. Gesellschafterversammlung in Hamburg bekannt.

"Die dpa hat in herausfordernden Zeiten erneut ihre Stärke unter Beweis gestellt", sagt Peter Kropsch, Vorsitzender der dpa-Geschäftsführung. "Sowohl unter den Corona-Bedingungen der vergangenen beiden Jahre als auch aktuell unter dem Eindruck des russischen Angriffs auf die Ukraine hat die dpa die unabhängige und verifizierte Berichterstattung für Gesellschafter und Kunden sichergestellt. Die hervorragende Teamleistung aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Unternehmensgruppe ermöglicht unsere journalistische und wirtschaftliche Erfolgsbilanz."

"Mit dem Umzug in einen neuen Newsroom in Berlin stellen wir die dpa für die Erfordernisse der kommenden Jahre auf", sagt dpa-Chefredakteur Sven Gösmann. "Der Ausbau multimedialer Dienste wie Audio und Video, die digitale Transformation aller Produktionsprozesse sowie die Schaffung eines inspirierenden und modernen Arbeitsumfelds für Journalistinnen und Journalisten stehen ganz oben auf unserer Agenda."Der Wandel der dpa-Gruppe zu einem Marktplatz für Nachrichten, Informationsdienste und Technologien schreite weiter voran. Weitere Unternehmen seien auf dem Marktplatz präsent, mehr als 25.000 Medienschaffende und Kommunikationsfachleute verfügten über eine dpa ID und nutzten die angebotenen Services. Die dpa nennt diese Strategie "Magic Marketplace".

Die Tochterunternehmen stellen einen wesentlichen Erfolgsfaktor für die dpa-Gruppe dar: Den größten Beitrag steuerte wiederum die news aktuell GmbH mit ihren Services für PR und Kommunikation bei. Ihren hohen Stellenwert für die wirtschaftliche Entwicklung der Gruppe habe auch die dpa-infocom GmbH gezeigt, der es gelungen sei, neue digitale Geschäftsfelder zu besetzen und Bereiche wie Faktenchecks und Datenprodukte weiterzuentwickeln. Auch die Foto-Tochter dpa Picture Alliance GmbH könne auf einem wettbewerbsintensiven Markt einen wertvollen Beitrag zum Gesamterfolg leisten, heißt es bei dpa.

Die digitalen Plattformen haben sich zusammen mit weiteren Recherche- und Datenprojekten zu einem erfolgreichen Geschäftsfeld für die dpa entwickelt. So hat die Agentur ihr Engagement auf dem gesellschaftlich relevanten Feld der Faktenchecks weiter verstärkt. Zu nennen sind hier beispielsweise die neu hinzugekommenen Aktivitäten für WhatsApp oder TikTok. Das Factchecking für Facebook läuft parallel weiter. Starke Resonanz aus der gesamten Branche erfuhr die Initiative Faktencheck21, die im aktuellen Jahr fortgesetzt wird. Die dpa hat im Rahmen dieses Projektes insbesondere für Regionalverlage Workshops und Schulungen angeboten sowie die Expertise-Plattform Factify mit Tipps, Tools und Praxis-Beispielen gestartet. Seit einigen Monaten hat die dpa außerdem die Kuratierung für Facebook News übernommen.

Hintergrund: Als Teil eines umfassenden Transformationsprozesses hat die dpa sich intensiv mit dem Umbau des Unternehmenssitzes am Hamburger Mittelweg beschäftigt. In der Villa aus dem 19. Jahrhundert sorgt jetzt ein Großraum mit Shared-Desk-Prinzip für ein zeitgemäßes und tätigkeitsorientiertes Arbeitsumfeld.

Wesentliche Veränderungen der Arbeitsumgebung werden aktuell auch für die Zentralredaktion in Berlin umgesetzt. Der Newsroom bezieht Mitte 2023 eine neu gestaltete Arbeitsfläche im Erdgeschoss der ehemaligen Springer-Passage in der Markgrafenstraße. "Der jetzt entstehende Newsroom ist unser Fundament für die kommenden Jahre, basierend auf unseren redaktionellen Leitlinien: offen für Veränderungen, nachhaltig arbeitend, vernetzt mit Kunden und immer mit dem Blick für Chancengerechtigkeit und Diversität", sagt Chefredakteur Sven Gösmann. Neue großzügige Studios für die Produktion von Audio- und Videodiensten, Lichthof und viele transparente Flächen unterstreichen die Ambitionen der dpa. "Wir wollen einen der modernsten und funktionalsten Newsrooms weltweit bauen - und eine Umgebung, in der sich unsere Journalistinnen und Journalisten wohlfühlen", so Gösmann.

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