Düffert als Döpfner-Nachfolger beim BDZV? Das sagt der Madsack-Chef dazu

06.07.2022
 

Wenn es um die Nachfolge von Mathias Döpfner als BDZV-Chef geht, wird beim Verlegerverband intern auch über Thomas Düffert gesprochen, wie kress pro berichtet. Nun hat sich der Madsack-Chef auf Rückfrage von kress.de klar in der Sache geäußert. 

Chefredakteur Markus Wiegand schreibt in seiner Kolumne in der aktuellen kress pro-Ausgabe:

"Wer kann Döpnfer jetzt ersetzen? Spricht man mit verschiedenen Quellen im BDZV, werden bisher drei Namen genannt: Madsack-Chef Thomas Düffert, Funke-Verlegerin Julia Becker und Valdo Lehari jr. , Verleger des "Reutlinger General-Anzeigers".

Düffert hätte wohl intakte Chancen auf eine Mehrheit. Er war jahrelang Döpfners Vize, ehe er im Februar nach halbherzigen internen Diskussionen um den Präsidenten zurücktrat. Düffert kennt den Verband und die Interessen der kleinen und großen Häuser. Manko: Er gilt lange nicht als so parkettsicher wie Döpfner, wenn es darum geht, den Verband in Berlin zu repräsentieren." [...]

Auf Rückfrage von kress.de gab Düffert nun folgendes Statement dazu ab:

"Innerhalb des BDZV gibt es zur Zeit eine gute und konstruktive Diskussion zur künftigen Führungsstruktur des Verbandes, die die Vielfalt aus regionalen, lokalen und nationalen Medienhäusern abbilden wird. Die Stärke des BDZV ist es, die gemeinsamen Interessen aller Verlage zu bündeln und ihnen eine kraftvolle und durchsetzungsstarke Stimme zu geben. Wir haben im Verband viele beeindruckende Persönlichkeiten, die hervorragend geeignet sind, in einem neuen Führungsgremium Verantwortung zu übernehmen. Ehrenämter sind allerdings auch immer Ämter auf Zeit, daher werde ich nach sechs Jahren im Amt des BDZV-Vizepräsidenten nicht wieder für eine offizielle Verbandsfunktion zur Verfügung stehen. Madsack wird sich selbstverständlich auch in einer veränderten Struktur engagiert in die Arbeit des BDZV und der Landesverbände einbringen."  

Thomas Düffert hatte sein Amt als stellvertretender Präsident des Bundesverbands Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) im vergangenen Februar "mit sofortiger Wirkung" niedergelegt. Konkrete Gründe benannte der Vorstandsvorsitzende der Madsack Mediengruppe damals nicht, sein Schritt dürfte aber mit Enthüllungen rund um BDZV-Präsident und Axel-Springer-Chef Mathias Döpfner zu tun gehabt haben (kress.de berichtete). Düffert hatte bereits Döpfners umstrittene SMS kritisiert: "Die aus einem privaten Umfeld heraus nun öffentlich gewordenen Aussagen von Herrn Döpfner sind für alle Journalistinnen und Journalisten der Madsack Mediengruppe und sicherlich auch darüber hinaus eine unangemessene und verfehlte Herabsetzung", sagte Düffert der Deutschen Presse-Agentur.  

Hintergrund: Mathias Döpfner wird sein Amt als BDZV-Präsident "ab Herbst in geordneter Weise in neue Hände, vorzugsweise auch in neue Strukturen übergeben" (kress.de berichtete). Döpfner gab zwei Gründe für seine Entscheidung an: Zum einen sei Springer mit seinem Wachstum in den USA und dem Kauf von Politico, "der größten Akquisition in unserer Unternehmensgeschichte, in einer entscheidenden Phase, die deutlich mehr Zeit und Präsenz von mir in Amerika erfordert". Er werde sich daher nicht mehr in der für einen Präsidenten notwendigen Form und Intensität für den Verband engagieren können. Zum anderen brauche es, um stärker die Interessen kleinerer und mittelgroßer, regionaler und lokaler Verlage zu vertreten, eine Person beziehungsweise Konstellation an der Spitze, die nicht für ein großes, internationales und sehr digitales Verlagshaus stehe.

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