Wie der Landwirtschaftsverlag in Münster einer der beliebtesten Medien-Arbeitgeber wurde

15.07.2022
 

Im Wettbewerb um Fach- und Führungskräfte müssen auch Fachmedien kämpfen. Wie es dem Landwirtschaftsverlag in Münster (Foto: Personalleiter Cord Brandes) gelungen ist, einer der beliebtesten Medien-Arbeitgeber zu werden, zeigt kress pro in seiner aktuellen Ausgabe.

Auszug aus dem Case im aktuellen kress pro, Magazin für Führungskräfte in Medien:

Im Arbeitgeber-Ranking der Bewertungsplattform Kununu liegt der Landwirtschaftsverlag (LV) in Münster seit Jahren auf vorderen Plätzen. Die in "kress pro" 1/2022 veröffentlichte Liste führt den LV mit einer Durchschnittsbewertung von 4,1 (von fünf möglichen) Punkten auf Rang 3 unter allen deutschen Fachverlagen, die Tochterfirma LV digital ist mit 4,6 Punkten Klassenbeste in der Kategorie Digital - und liegt sogar vor Google (4,3) und Facebook (4,2).

Die Top-Werte kommen nicht von ungefähr. Der Landwirtschaftsverlag legt besonderen Wert auf Human Resources (HR). Das zeigt sich auch an einer Personalie: Cord Brandes, der im Juni 2017 als Personalleiter beim Landwirtschaftsverlag einstieg, gehört seit April dieses Jahres dem Geschäftsleitungskreis an.

Fünf Beispiele und Projekte, wie der LV Talente findet, weiterentwickelt und ans Unternehmen bindet.

1. LV Prep School: Programm für eigene Nachwuchskräfte

Die "Prep School" ist ein vom Landwirtschaftsverlag selbst aufgelegtes Programm für Auszubildende, Jungredakteure nach dem Volontariat und externe Einsteiger nach den ersten drei bis fünf Berufsjahren. Sie werden auf Grundlage ihrer bisherigen Entwicklung und Leistungsbeurteilung von ihren Vorgesetzten vorgeschlagen und nach einem Gespräch mit der HR-Abteilung für das Programm ausgewählt, das rund 20 Teilnehmer umfasst. "Durch diese Art der Weiterbildung sollen die Talente ihre eigene Reflexion stärken, überfachliche Kompetenzen ausbauen und mit den Teilnehmern der LV-Gruppe netzwerken. Auch die Sichtbarkeit hin zum Top-Management wird durch das Programm gestärkt", sagt Personalleiter Cord Brandes.

Weil das Medienunternehmen mehr Frauen für Führungspositionen ausbilden und gewinnen will, ist die Gruppe mindestens zur Hälfte weiblich besetzt. Erste Erfolge stellen sich ein: Seit das Programm vor zwei Jahren gestartet ist, sind acht Frauen aus der Gruppe in Führungspositionen berufen worden.

Die Prep School folgt einem Curriculum mit festen Bausteinen. Dazu gehört gleich zu Beginn ein Status-quo-Gespräch nach der BIP-Systematik. Beim BIP handelt es sich um das sogenannte "Bochumer Inventar zur berufsbezogenen Persönlichkeitsbeschreibung", ein psychologisches Testverfahren, das berufsrelevante Merkmale einer Person systematisch erfasst. "Uns ist zum Einstieg die persönliche Reflexion mit dem Teilnehmer, der Führungskraft und dem Bereich HR wichtig", betont Cordes.

Das Programm enthält zudem drei Trainings in Präsenz zu den Themen "Kommunikation und Präsentation", "Gesprächsführung, Konflikt, Team" sowie "Innovation und Change-Management". Außerdem sind Kaminabende mit dem Management vorgesehen. Den Abschluss bildet ein unternehmensrelevantes Projekt, das in Gruppen erarbeitet und vor dem LV-Management präsentiert wird. Nachdem das Programm absolviert ist, trifft sich die Gruppe weiterhin mindestens zwei Mal im Jahr zur kollegialen Beratung.

"Die jungen Leute sind durch das Programm äußerst motiviert, und die Fluktuation gerade in diesem Bereich bei den Talenten ist sehr gering", resümiert Personalchef Brandes. Ein weiterer Effekt: Die Prep-School-Absolventen setzen ihre Führungskräfte "unter positiven Druck", wie Brandes formuliert, weil sie gelernt haben, was gute Kommunikation ausmacht oder wie Change-Prozesse erfolgreich funktionieren - und das im Alltag umsetzen wollen.

Das Programm dient in erster Linie der persönlichen Entwicklung und garantiert nicht den Einstieg in eine Führungslaufbahn, betont Brandes. "Aber diese Erwartung schwingt bei den jungen Leuten eben doch mit." Deshalb denkt der Landwirtschaftsverlag darüber nach, alternative Karrieremodelle neben der Führungslaufbahn attraktiver zu gestalten, etwa Jobs als Projektleiter oder Experte. "Warum soll nicht beispielsweise jemand mit ganz hoher Expertise in einem Bereich genauso viel verdienen wie ein Teamleiter?", so Cord Brandes.

2. Führungscheck: Auswahlverfahren bei Beförderungen

3. Elternzeit: Programm für Mütter und Väter

4. Mitarbeiterbindung: Als Arbeitgeber punkten

5. Kommunikation: Umgang mit Bewerbern und Einsteigern

[...] Lesen Sie den kompletten Case von kress pro-Autor Roland Karle. Jetzt das neue kress pro bestellen.

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