Nach Manipulations-Vorwurf an das ZDF: FAZ-Korrespondent Philip Plickert entschuldigt sich

27.07.2022
 

In der Auseinandersetzung um eine wehende Regenbogenflagge vor dem Kanzleramt sagt der FAZ-Journalist Philip Plickert sorry. 

"Man muss Fehler eingestehen. Mein Post vom Sonntag ('Physikalisches Wunder oder Photoshop') mit der Andeutung einer Bildmanipulation (die sich aber sicher nicht an die dpa richtete) war Mist. Es tut mir leid und ich möchte dafür um Entschuldigung bitten. @fhomburger @ZDF", schreibt Philip Plickert am Montag bei Twitter.

Am Sonntag hatte Pickert das ZDF beim Kurznachrichtendienst wegen eines Foto zu der Meldung "Reichstag und Kanzleramt: Bund hisst Regenbogenflaggen zum CSD" angegriffen: "Physikalisches Wunder oder Photoshop? Zwei Flaggen hängen schlapp, nur eine flattert im starken Wind". Plickert belegte das mit einem Screenshot der ZDF heute-Meldung. Und fügte hinzu: "Unser geliebter ÖRR würde doch niemals Bilder manipulieren, oder doch?"

Mit seinem Tweet löste Pickert eine wütende Debatte in der Medienszene aus: Froben Homburger, Stefan Niggemeier, Daniel Bouhs, Oliver Klein, Anja Pasquay melden sich u.a. zu Wort (kress.de berichtete). Der inzwischen gelöschte Tweet von Plickert schaffte es zwischenzeitlich sogar in die Top-Trends von Twitter.

BDZV-Sprecherin Anja Pasquay zog daraus ein ernüchterndes Fazit: "Empörung ist berechtigt. Mit etwas Recherche im Vorfeld wäre es ja zu dieser Frage gar nicht erst gekommen. Und die munter geteilten Verschwörungstheorien schaden am Ende allen Medien, auch @faznet. Man muss schnell, direkt und klar widersprechen. Das haben @dpa, @fhomburger getan. Hilft leider nur sehr begrenzt gegen die begeistert geteilten Verschwörungstheorien."

Zur Person: Philip Plickert, geboren 1979 in München. Nach Abitur und Wehrdienst Studium der Volkswirtschaftslehre, Wirtschaftsgeschichte und Geschichte in München und London, Abschluss Master of Science. Anschließend 2007 Promotion an der Universität Tübingen mit einer ideengeschichtlichen Arbeit. Graduiertenstipendiat der Hanns-Seidel-Stiftung. Neben dem Studium freie Mitarbeit und Praktika bei verschiedenen Zeitungen und dem Bayerischen Rundfunk. Seit April 2007 ist Plickert Mitglied der FAZ-Wirtschaftsredaktion. Er erhielt den Ludwig-Erhard-Förderpreis für Wirtschaftspublizistik der Erhard-Stiftung und den Bruckhaus-Förderpreis der Schleyer-Stiftung. Plickert betreute zehn Jahre lang die Seite "Der Volkswirt" im FAZ-Wirtschaftsteil, außerdem war er Lehrbeauftragter an den Universitäten Frankfurt und Siegen. Buchveröffentlichungen unter anderen "Die VWL auf Sinnsuche" (2016) und "Merkel: Eine kritische Bilanz" (2017). Seit Mitte 2019 ist er Wirtschaftskorrespondent für Großbritannien und Irland mit Sitz in London.

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