Wie Verleger Michael Ringier Gerhard Schröder verteidigt - und die Medien kritisiert

 

Nur Urlaub? Gerhard Schröders Reise nach Moskau sorgt in diesen Tagen wieder für einen Sturm im Blätterwald. Der Schweizer Verleger Michael Ringier kritisiert die Medien für den Umgang mit Ex-Kanzler Schröder. Zur kress pro-Kolumne.

Auszug aus der aktuellen kress pro-Kolumne Aus unseren Kreisen:

Das Schweizer Medienhaus Ringier hatte nach dem Kriegsbeginn in der Ukraine ein Problem. Denn der störische Ex-Kanzler wollte sich partout nicht von dem Angriffskrieger Putin distanzieren. Also setzte Ringier das seit 2006 bestehende Beratungsmandat mit Gerhard Schröder Anfang März aus und gab dazu nur in dürren Worten ein Statement ab.

Im Mai äußerte sich Verleger Michael Ringier dann in seiner Kolumne im eigenen Mitarbeiter-Magazin "Domo" zu dem Fall.

Unter dem Titel "Die Willkür des Wohlwollens" schildert der Verleger, dass Medien oft ziemlich gnädig mit Kriminellen verfahren, während sie Schröder zuletzt knallhart verurteilt haben. Nach Ringiers Einschätzung immerhin "einer der erfolgreichsten deutschen Politiker der letzten Jahrzehnte". Man dürfe Schröders Rolle natürlich kritisieren und ihn dafür verurteilen, schreibt Ringier. "Wer ihm allerdings jede ehrenwerte Absicht abspricht und nur noch als geldgierigen Paria darstellt, verliert jeden politischen und journalistischen Anstand." Vor allem, weil Schröder "wohl in den ersten Kriegswochen der einzige Mensch war, der mit beiden Seiten nicht als Politiker, sondern als Freund kommunizieren konnte".

Michael Ringier macht mit seinem Text durchaus einen Punkt. Seit Kriegsbeginn wird Schröder in den deutschen Medien verteufelt. Differenzierung: meistens Fehlanzeige. Motto: Bekenne oder brenne.

Man kann zur Sache stehen, wie man will, aber es hat einen sympathisch-loyalen Zug, dass Ringier, der sich lange gerne im Glanz des Ex-Kanzlers sonnte, ihn nicht einfach sang- und klanglos fallen lässt. Andererseits ist seine Verteidigung auf der drittletzten Seite des eigenen Mitarbeitermagazins auch nicht übermäßig mutig platziert.

[...] Weiter befasst sich kress pro-Chefredakteur Markus Wiegand in seiner Kolumne mit diesen Fragen:

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