Martenstein wirft ARD & ZDF Panikmache bei Hitze-Berichten vor

01.08.2022
 

"Wenn es heute 36 Grad hat, sendet die ARD einen 'Brennpunkt' wie nach einem Kriegsausbruch", schreibt Harald Martenstein in seiner aktuellen Kolumne in der Welt. Sein hitziger Vorwurf an die öffentlich-rechtlichen Sender: Gut sei alles, was Panik schüre. Vor jeder Jahreszeit solle man jetzt Angst haben.

"Unter Berufung auf 'Forscher' verkündete Christian Sievers kürzlich im 'Heute-Journal': Der Sommer 2022 sei für uns alle womöglich "der kälteste für den Rest des Lebens". Die Idee, dass die Temperaturen linear ansteigen, jedes Jahr, ohne die geringste Schwankung, gerade Linie, ist natürlich grober Unfug", meint Welt-Kolumnist Harald Martenstein, der erst vor Kurzem einen viel beachteten Wechsel vom Tagesspiegel zur Axel-Springer-Marke hingelegt hat (kress.de berichtete).

Es wird im Durchschnitt wärmer, aber trotz Klimawandels werde es auch in Zukunft mal kühlere, mal heißere Sommer geben, nur eben im Schnitt weniger kühl und heißer, weiß Martenstein, der dem ZDF noch einen Denkzettel verpasst: "Den Unterschied zwischen 'Wetter' und 'Klima' haben inzwischen alle begriffen, ausgenommen professionelle Panikmacher. Das Klima ist etwas Langfristiges, es ändert sich allmählich, das Wetter wechselt oft von Tag zu Tag."

Solch ein Unfug werde im Fernsehen als Nachricht verkauft, als Meinung ginge das ja, ärgert sich der Welt-Kolumnist. Inzwischen habe sich in manchen Medien eine neue Definition von "Wetter" und "Klima" durchgesetzt: "Wenn es 36 Grad heiß wird, ist das immer Klimawandel. Wenn es im Sommer nur 16 Grad hat, handelt es sich lediglich um ein zufälliges Wetterphänomen. Sollte es im August aber zehn Grad kühl sein, dann ist es wieder Klimawandel, der Golfstrom hat seine Richtung geändert."

Wie es eben passe. Gut sei alles, was Panik schüre. Vor jeder Jahreszeit solle man jetzt zittern, versteht Martenstein die (Medien-)Welt nicht mehr:

"Vor dem Sommer soll man Angst haben. Vor dem nächsten Winter ja auch, dann werden wir frieren, und es gibt keinen Strom. Im Herbst sollen wir in Zukunft immer Angst haben vor der nächsten Corona-Welle oder der Grippe, oder vor sonst was, ersatzweise. Die Herbstangst wird, wie die Sommerangst, auf Dauer gestellt. Im Frühjahr kommen dann Regen und die Unwetterangst."

Der Klimawandel sei real, Corona sei real. Dass man gegen beides etwas tun müsse, verstehe sich von selbst, wirft Martenstein ein. Wir stünden allerdings nicht vor dem Weltuntergang. Von Angstmache ließen sich weder Viren beeindrucken noch das Klima. In beiden Fällen sei sie sinnlos, was die Lösung der Probleme angehe. Es trage auch nicht zur Senkung der Temperaturen bei, wenn man den Leuten jegliche Lebensfreude zu nehmen versuche.

Martenstein betont, dass er nicht an Verschwörungstheorien glaubt, eher schon an den "Herdentrieb und den Opportunismus in der Medien-Bubble": "Wenn alle Unsinn reden, muss der Unsinn stimmen, oder? Genießen wir den Sommer", so sein Fazit.

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