Deutsche Zeitungen knacken bei Digital-Erlösen erstmals die Milliardenmarke

03.08.2022
 

Die deutschen Zeitungsverlage haben im vergangenen Jahr erstmals mehr als eine Milliarde Euro mit digitalen Angeboten umgesetzt. Das teilte der Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) mit. Ein gutes Drittel davon - 365 Millionen Euro - stammte aus dem Vertrieb von E-Paper-Exemplaren.

Die E-Paper-Auflage gewinnt weiter erheblich an Bedeutung. Sie betrug nach Angaben des BDZV im vergangenen Jahr 2,21 Millionen Exemplare - ein Zuwachs um zehn Prozent. "Es zeigt sich, dass auch bei den E-Papern der Bezug im Abonnement geschätzt wird: Bei zwei von drei E-Paper-Exemplaren handelt es sich um Abonnements", so der Verband.

Zu den Erlösen mit dem Verkauf von E-Paper-Exemplaren kamen noch 657 Millionen Euro andere digitale Umsätze hinzu. Damit ist in erster Linie Internetwerbung gemeint, aber auch Paid-Content-Angebote.

Die Zeitungen haben den Zahlen zufolge 2021 den coronabedingten Umsatzrückgang vom Vorjahr wieder aufgeholt. Mit 7,2 Milliarden Euro erreichten sie demnach nominal ein leichtes Plus von 0,6 Prozent. "Hauptgrund dafür waren die Anzeigeneinnahmen, die nach dem Einbruch im Vorjahr um gut sieben Prozent auf 1,95 Milliarden Euro anstiegen. Damit lagen sie aber immer noch um gut ein Zehntel niedriger als im Vor-Corona-Jahr 2019." Die Umsätze mit Abonnements, Verkaufs- und Bordexemplaren erhöhten sich um 1,5 Prozent auf 5,25 Milliarden Euro. Das waren, wie der BDZV mitteilte, knapp sechs Prozent mehr als vor Corona. Branchenweite Gewinnzahlen veröffentlicht der BDZV nicht.

"Die regionalen Abonnementzeitungen konnten beim Gesamtumsatz 2021 den Negativtrend durchbrechen und erreichten mit 5,92 Milliarden Euro nominal wieder das Ergebnis von 2017", hieß es in der Analyse weiter.

In Deutschland werden 2022 erscheinungstäglich 14,61 Millionen Print-Exemplare verkauft (Stand: Zweites Quartal/2022). Davon sind 11,72 Millionen Tageszeitungen, 1,29 Millionen Sonntagszeitungen und 1,6 Millionen Wochenzeitungen.

Quelle: kress, dpa

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