Andrea Kiewel behauptet, gendern zu müssen – ZDF widerspricht

15.08.2022
 

"Nicht das Gesicht verziehen, ich muss", sagte Moderatorin Andrea Kiewel in der aktuellen Folge des ZDF-Fernsehgartens, nachdem sie einen Satz gendergerecht gesprochen hatte. Das ZDF bestreitet eine solche Anweisung. Kiewels Reaktion folgte prompt.

Konkret geht es um eine Situation in der am Sonntag ausgestrahlten Show, in der Kiewel sagte: Das "Fernsehgarten"-Team habe den Eindruck, dass jede Menge Positives los sei in der "deutschen Singer-Songwriter*innen-Szene". Der Genderstern wird nicht gesprochen, sondern durch eine Pause im Wort ausgedrückt. Kiewel drehte sich zu einer Zuschauerin neben ihr und sagte: "Nicht das Gesicht verziehen, ich muss."

Das ZDF teilte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur eine Reaktion der betreffenden Redaktion mit: "Es gibt definitiv keine Anweisung zum Gendern im "ZDF-Fernsehgarten". Andrea Kiewel ist es ein persönliches Anliegen alle anzusprechen, daher verwendete sie diese Formulierung im Zusammenhang mit "muss"."

Darüber hinaus hieß es von dem öffentlich-rechtlichen Sender mit Sitz in Mainz:

"Das ZDF möchte diskriminierungsfrei kommunizieren. Redaktionen, Moderatorinnen und Moderatoren entscheiden selbst, welche Form der Ansprache für das jeweilige Format am besten geeignet ist." Vorgaben und Regelungen gebe es nicht.

Gegenüber der Bild-Zeitung bestätigte Kiewel die Aussagen des Senders. Sie selbst habe sich das Gendern auferlegt: "Niemand, nicht das ZDF und sonst auch niemand, sagt mir, dass ich gendern muss. Ich benutze den männlichen und weiblichen Plural schon seit langer Zeit, weil ich es unbedingt will und es mir sehr wichtig ist. Es liegt mir am Herzen. Und so meinte ich es auch in der Live-Sendung. Kann schon mal vorkommen, dass in einer zweistündigen Live-Sendung nicht jedes Wort maßgeschneidert passt. Aber es ist so. Ich will es. Ich muss es nicht."

Hintergrund: Das Gendern im TV-Programm ist immer wieder Streitthema - auch in den sozialen Medien. Ein Ausschnitt der "Fernsehgarten"-Sendung wurde auf Twitter gepostet.

Vor Tagen hatten dort auch Posts für Gesprächsstoff gesorgt, weil im WDR-Programm das Wort "Krankenschwesterin" gesagt worden war. Der ARD-Sender hatte das als Versprecher eingeordnet.

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