RBB-Affäre: Verwaltungsrat kündigt Patricia Schlesinger fristlos

 

Der RBB-Verwaltungsrat hat in einer Sondersitzung die bereits Mitte August als Intendantin abberufene Patricia Schlesinger fristlos entlassen. Wie sie auf ihren Rausschmiss reagiert hat.

Schlesingers Ansprüche auf die Zahlung von nachvertraglichem Ruhegeld sowie Hinterbliebenenversorgung würden damit widerrufen, heißt es in einer Pressemitteilung des ARD-Senders. Weitere Gründe für die fristlose Kündigung will er nicht nennen, der Verwaltungsrat sehe das Vertrauensverhältnis zur Ex-Intendantin aber "durch ihr Verhalten als nachhaltig zerstört an". "Ausdrücklich möchte ich klarstellen, dass eine Abfindung für Frau Schlesinger im Zusammenhang mit der vorzeitigen Beendigung ihres Dienstverhältnisses auf der Grundlage der vorliegenden Fakten nicht in Betracht kommt", schreibt die Verwaltungsratsvorsitzende Dorette König.

Schlesinger hat bereits auf den Schritt des Senders reagiert: "Ich bedaure diese Entscheidung, die offensichtlich politisch motiviert ist, um einen Sündenbock zu haben", ließ sie über ihren Anwalt mitteilen. Dieses Vorgehen sei durch die Faktenlage keinesfalls gedeckt: "Die Untersuchungen sind längst nicht abgeschlossen. Ich sehe ihrem Ergebnis zuversichtlich entgegen."

Der RBB-Verwaltungsrat hat sich zudem für die Einsetzung eines Interimsintendanten ausgesprochen. Aktuell führt der nach Senderangaben für drei Wochen krankgeschriebene Verwaltungsdirektor Hagen Brandstäter die Geschäfte. Ihn vertritt vorerst Programmdirektor Jan Schulte-Kellinghaus. Die übrigen ARD-Intendanten haben der RBB-Spitze bereits am Samstag den kollektiven Rücktritt nahegelegt.

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