RBB-Debakel: Suche nach Interims-Intendant hat begonnen

 

Der Verwaltungsrat des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB) will Patricia Schlesinger durch einen Interims-Intendanten ersetzen. Welche Namen von möglichen Kandidaten schon die Runde machen.

Nach Abberufung und Rausschmiss von Intendantin Patricia Schlesinger bietet die Führungsspitze des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB) ein Bild des Jammers: Der amtierende Intendant Hagen Brandstäter ist erkrankt, seine Aufgaben nimmt zurzeit jemand aus der dritten Reihe wahr, Programmdirektor Jan Schulte-Kellinghaus. Die übrigen ARD-Intendanten sind zudem am vergangenen Wochenende auf Distanz zur Führungsspitze des öffentlich-rechtlichen Senders gegangen.

In dieser Situation hat sich der RBB-Verwaltungsrat für die Berufung eines Interim-Intendanten stark gemacht. Problem: Das ist im Staatsvertrag nicht geregelt. Um eine rechtssichere Lösung zu gewährleisten, haben daher am Dienstag Beratungen begonnen. Daran sind der Brandenburger Medienstaatssekretär Benjamin Grimm (SPD), die RBB-Gremienvorsitzenden Dorette König (Verwaltungsrat) und Dieter Pienkny (Rundfunkrat) sowie der Berliner Medienstaatssekretär Severin Fischer (SPD) beteiligt.

Der Berliner "Tagesspiegel" hat unterdessen schon erste Namen möglicher Kandidaten für das Amt des Interims-Intendanten ins Spiel gebracht. Als da wären: Roland Jahn (Ex-DDR-Bürgerrechtler, zuletzt Leiter der Stasiunterlagenbehörde), Peter Boudgoust (ehemaliger SWR-Intendant), Ulrich Wilhelm (ehemaliger BR-Intendant und Sprecher der Bundesregierung) und Ulrich Deppendorf (ehemaliger Studioleiter und Chefredakteur Fernsehen im ARD-Hauptstadtstudio Berlin).

Die Vorgänge beim RBB bringen auch das politische Berlin in Wallung: Laut "The Pioneer" wird sich die CDU in der kommenden Woche bei ihrem Bundesparteitag mit einem Antrag zur Reform des öffentlich-rechtlichen Rundfunksystems beschäftigen. Er falle allerdings moderater aus als erwartet: Der Entwurf sehe eine Reform der Kontroll­systeme, die Offenlegung aller Gehälter sowie die Konzentration auf Information vor. Zudem sollten die Sender nicht gendern.

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