Ausgeforscht: NOZ/mh:n Medien stampft HHLab ein

 

Die Mediengruppe um die "Neue Osnabrücker Zeitung" stellt ihre Hamburger Forschungs- und Entwicklungs-Unit als eigenständige Einheit ein. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter will sie aber im Konzern weiter beschäftigen, auch Lab-Leiter Joachim Dreykluft bleibt an Bord.

In einer Pressemitteilung äußert sich die Gruppe nur verklausuliert zu den Gründen für die Auflösung der Unit - offenbar stellt sie sich auf die wirtschaftlich härteren Zeiten ein: "Um als Medienunternehmen erfolgreich zu bleiben und auch weiterhin den Krisen und Herausforderungen zu trotzen, ist es wichtig, auf Veränderungen des Marktes schnell reagieren zu können", heißt es dort. Man wolle daher die Ressourcen "künftig noch marktnäher einsetzen".

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des HHLabs sollen laut Mitteilung in der Mediengruppe verbleiben und "adäquat nach Stärken und Fähigkeiten eingesetzt werden". Die meisten Betroffenen blieben voraussichtlich bei NOZ Digital.

Das gilt auch für Joachim Dreykluft, Leiter des HHLabs und Mitglied der NOZ Digital-Geschäftsleitung: Er verantwortet künftig mit einem Team aus ehemaligen HHLab-Mitarbeitern Digital-Premium, das ertragsstärkste Digitalprodukt der Mediengruppe. "Insbesondere mit unserem E-Paper wollen wir, bei ständig weiter steigenden Vertriebskosten unserer gedruckten Produkte, die Transformation in den digitalen Vertriebsweg beschleunigen", so Axel Gleie, Geschäftsführer der Gruppe, in der Mitteilung.

Das HHLab wurde 2018 als eine Gemeinschaftseinrichtung von NOZ/mh:n Medien mit Sitz in Hamburg gegründet. Es war das einzige eigenständige Innovationslabor einer Regionalzeitungsgruppe in Deutschland, beschäftigte zeitweise ein gutes Dutzend Journalisten und Software-Entwickler und betrieb Produktentwicklung auf der Basis eigener Methoden- und Nutzerforschung. Zu den ambitionierten Projekten der Anfangszeit gehörten Ambient News. Dreykluft & Co. experimentierten mit Science-Fiction-Journalismus: Sie spielten personalisierte Informationen über Bildschirme, Lautsprecher und LED-Glühbirnen in den Wohnungen von Probanden aus. Das Projekt scheiterte allerdings.

Eine engere Anbindung des Labs an das Kerngeschäft der Gruppe hat sich bereits angedeutet: So bietet das HHLab seit 2020 die Beratung anderer Verlage zum Thema Paid Content als Leistung an. In dieser zukunftsträchtigen Disziplin ist die Mediengruppe in der Regionalzeitungsbranche ziemlich weit vorne.

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