RBB-Rundfunkrat macht Weg frei für Interims-Intendanz

 

Der Rundfunkrat des kriselnden öffentlich-rechtlichen Senders Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) hat am Donnerstag den Weg für die Wahl einer Interims-Intendanz freigemacht. Er sucht eine staatsferne und integere Person für ein "Himmelfahrtskommando".

"Wir versuchen das so schnell wie möglich zu machen, aber die Kandidatinnen und Kandidaten werden nicht Schlange stehen für diesen Posten", so Pienkny laut einem Bericht von RBB24. Der Job sei als "Schleudersitz" und "Himmelfahrtskommando" beschrieben worden. Gesucht werde eine staatsferne und integere Person, Politiker und RBB-Führungskräfte kämen nicht in Frage.

Der Interims-Intendant soll das Vakuum führen, das sich bei dem Sender nach Abberufung und Rausschmiss von Intendantin Patricia Schlesinger aufgetan hat. Seitdem sie den RBB verlassen hat, wirkt eigentlich Hagen Brandstäter als amtierender Intendant - doch der ist derzeit krank geschrieben. Seine Aufgaben nimmt Programmdirektor Jan Schulte-Kellinghaus wahr. Die übrigen ARD-Intendanten haben in der vergangenen Woche der gesamten RBB-Führungsspitze ihr Misstrauen ausgesprochen.

Die Brandenburger Staatskanzlei, die die Rechtsaufsicht über den RBB hat, hat einige rechtliche Leitplanken für die Interims-Intendanz gezimmert: Sie kann ohne Ausschreibung gesucht werden, ihre Amtszeit bis zur ordentlichen Wahl eines neuen Intendanten darf aber ein Jahr nicht überschreiten.

Der "Tagesspiegel" hat unlängst schon über mögliche Kandidaten für den Job spekuliert: Roland Jahn (Ex-DDR-Bürgerrechtler, zuletzt Leiter der Stasiunterlagenbehörde), Peter Boudgoust (ehemaliger SWR-Intendant), Ulrich Wilhelm (ehemaliger BR-Intendant und Sprecher der Bundesregierung) und Ulrich Deppendorf (ehemaliger Studioleiter und Chefredakteur Fernsehen im ARD-Hauptstadtstudio Berlin).

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