NDR Kiel: Neue Vorwürfe der "Hofberichterstattung"

 

Auch der "stern" wirft dem Landesfunkhaus Kiel des NDR politisch motivierte Berichterstattung und einen Schmusekurs gegenüber Ministerpräsident Daniel Günther vor.

Nach "Business Insider" erhebt auch der "stern" den Vorwurf politisch motivierter Berichterstattung gegen das Landesfunkhaus Schleswig-Holstein des NDR - und nennt neue Fälle und Indizien: "Die Vorwürfe gegen den NDR in Kiel zu politisch motivierter Berichterstattung erhärten sich", so das Magazin. Mitarbeiter hätten von "Hofberichterstattung" gesprochen. "Auffällig ist, dass ständig die Regierung befragt und gesendet wird", zitiert der "stern" ein anonymes Redaktionsmitglied. "Keine Stimme von der Opposition, keine kritische Stimme von Verbänden." Verantwortlich sei dafür in erster Linie die Leitung der Politikredaktion. "Man hat den Eindruck, Inhalte werden gefiltert, die Redaktionsspitze ist nicht mehr objektiv."

"Business Insider" hat am Mittwoch bereits berichtet, dass sich insgesamt neun Redakteure des  Landesfunkhauses in den vergangenen zwei Jahren intern beim Redaktionsausschuss des Senders über die Zustände in Kiel beklagt hätten. Sie werfen Vorgesetzten vor, Berichterstattung verhindert zu haben, die unangenehm für den schleswig-holtsteinischen Ministerpräsidenten Daniel Günther gewesen wäre. Der NDR hat das in einer Stellungnahme zurückgewiesen.

Der "stern" nennt nun aber weitere Indizien für einen Schmusekurs gegenüber der Landesregierung: So habe der NDR nicht über eine Alkoholfahrt mit Unfallfolgen des einstigen CDU-Parlamentariers Hans-Jörn Arp berichtet, eines Vertrauten von Ministerpräsident Günther. Der Sender gestand auf Anfrage des Magazins ein, dass die Nicht-Berichterstattung über den Vorfall ein "Versäumnis" gewesen sei.

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