Ines Hoge-Lorenz: MDR-Direktorin in Sachsen-Anhalt tritt zurück

 

Die Landesfunkhausdirektorin des MDR in Sachsen-Anhalt, Ines Hoge-Lorenz, tritt wegen eines "Fehlers" von ihrem Amt zurück. Sie habe es versäumt, vor ihrem Amtsantritt im Januar 2021 darüber zu informieren, dass ihr Ehemann in der "Causa Foht" eine Rolle gespielt habe.

Hoge-Lorenz wird in einer anderen Funktion weiterhin für den MDR tätig sein: Zum 1. September wechselt die Journalistin in die Hauptredaktion Information und Innovation der Programmdirektion Leipzig. Die Leitung des Landesfunkhauses Sachsen-Anhalt übernimmt derweil kommissarisch Sandro Viroli, in Ergänzung zu seiner Tätigkeit als Direktor des Landesfunkhauses Sachsen.

"Causa Foht" ist ein Verweis auf den 2011 aufgedeckten Skandal um MDR-Unterhaltungschef Udo Foht. Er wird des Betrugs, der Untreue, Bestechlichkeit und Steuerhinterziehung beschuldigt. Der Prozess gegen ihn beginnt erst am 1. September.

"Ich habe dreißig Jahre lang erfolgreich für den MDR gearbeitet und ich möchte diese Leistung nicht in Zweifel ziehen lassen", schreibt Hoge-Lorenz in einer Erklärung. Wegen ihres Versäumnisses habe sie jetzt aber Intendantin Karola Wille gebeten, sie von ihrer Direktorenfunktion zu entbinden. "Ich möchte nicht, dass meine Integrität in Frage gestellt wird und dem MDR Schaden entstehen könnte."

Wille lässt sich in der Erklärung des Senders mit einer wohlwollenden Aussage über ihre Mitarbeiterin zitieren: "Ich schätze Ines Hoge-Lorenz seit vielen Jahren als engagierte journalistische Führungspersönlichkeit. Mit großem Respekt und Bedauern nehme ich ihre Entscheidung zur Kenntnis. Sie hat die digitale Entwicklung im MDR maßgeblich mit vorangebracht und großen Anteil an der Neu- und Weiterentwicklung verschiedener Formate."

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