Kieler NDR-Mitarbeiter distanzieren sich von ihren Chefs

 

In der Affäre um "politische Filter" in der Berichterstattung des Kieler NDR melden sich jetzt auch Mitarbeiter zu Wort. 72 von ihnen hätten sich in einem "Brandbrief" vom Verhalten ihrer Chefs distanziert, berichtet der "stern".

"Business Insider" und "stern" haben in der vergangenen Woche über fragwürdige Vorgänge im Landesfunkhaus Schleswig-Holstein des öffentlich-rechtlichen Senders berichtet: Einige Journalisten hatten sich an den NDR-Redaktionsausschuss gewandt. Sie werfen, dem früheren Fernsehchef Norbert Lorentzen und der Kieler Politikchefin Julia Stein vor, für Ministerpräsident Daniel Günther unangenehme Berichterstattung ver- und behindert zu haben.

In ihrem Brief fordern die Mitarbeiter des Landesfunkhauses, überwiegend Journalisten, laut "stern" nun "eine lückenlose und transparente Aufarbeitung aller Vorwürfe". Zwar gelte die Unschuldsvermutung, doch sie seien "schwer erschüttert" angesichts der Veröffentlichungen zu den Vorwürfen.

Unter Berufung auf NDR-Kreise schreibt der "stern", dass Lorentzen (inzwischen Chefredakteur Schleswig-Holstein) und Politikchefin Stein sich in der Sache für befangen erklärt hätten. Sie würden keine journalistischen Beiträge mehr abnehmen, in denen es um die Vorwürfe gegen den NDR in Kiel geht.

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