Prozess gegen Udo Foht: Gericht stellt Bewährungsstrafe in Aussicht

 

Im Prozess gegen den früheren MDR-Unterhaltungschef Udo Foht hat das Gericht einen Verständigungsvorschlag gemacht, den der Angeklagte offenbar annehmen will. Der Vorschlag sieht eine Bewährungsstrafe vor.

Die Staatsanwaltschaft wirft Foht Betrug, Untreue, Bestechlichkeit und Steuerhinterziehung in mehreren Fällen vor. Als MDR-Unterhaltungschef soll er sich von Firmen und Privatpersonen Geld geliehen haben, angeblich für Shows und Fernsehproduktionen - in dem Wissen, dass er es nicht würde zurückzahlen können.

Da viele Punkte der Anklage lange zurückliegen und schwer nachweisbar sind, könnte der Prozess womöglich abgekürzt werden, schreibt die "SZ" am Donnerstag: Die Staatsanwaltschaft sei bereit, die Vorwürfe der Untreue und Steuerhinterziehung fallenzulassen, sofern Foht für den Anklagepunkt Bestechlichkeit ein Geständnis ablegt. Für diesen Fall habe ihm das Gericht eine Bewährungsstrafe zwischen 12 und 21 Monaten in Aussicht gestellt. Die dpa meldet am Freitag unter Berufung auf Fohts Anwalt, dass der Angeklagte dem Verständigungsvorschlag zustimmen wolle. Er habe eine entsprechende Erklärung für den nächsten Verhandlungstag am 9. September angekündigt.

Die Ereignisse, die jetzt erst in Leipzig verhandelt werden, liegen lange zurück, Foht wurde schon 2011 vom MDR entlassen. Er gilt als Entdecker von Florian Silbereisen, soll ihn aber ebenfalls um Geld gebracht haben, um 7.500 Euro. Der Schlagerstar zählt daher zu den prominenten Zeugen, die in Leipzig geladen sind.

Auch für den MDR hat die lange zurückliegende "Causa Foht" gerade erst wieder eine Konsequenz gehabt: Die Direktorin des MDR-Landesfunkhauses Sachsen-Anhalt, Ines Hoge-Lorenz, hat ihren Posten aufgegeben. Grund dafür ist die Verwicklung ihres Ehemanns in den Fall, worüber sie den Sender und seine Kontrollgremien nicht informiert hatte.

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