"Interessenkonflikte": NDR trennt sich im Bereich Medizin/Gesundheit von Dr. Johannes Wimmer

19.09.2022
 

Nach einer Anfrage von Übermedien hat der Norddeutsche Rundfunk mitgeteilt, im Bereich Gesundheit/Medizin die Zusammenarbeit mit seinem Moderator Johannes Wimmer zu beenden. Wie der Sender das begründet.

Als Begründung gibt der Sender laut Übermedien an, Wimmer habe "mehrere Kooperationen im Bereich Gesundheit/Medizin, bei denen Interessenkonflikte in Zukunft nicht auszuschließen sind". Der Mediziner ist seit mehreren Jahren frei für den NDR tätig, unter anderem für das Gesundheitsmagazin "Visite". Am vergangenen Freitagabend hat Wimmer erstmals die "NDR-Talkshow" moderiert (kress.de berichtete). Daran will der NDR festhalten.

Viele Jahre waren die anderweitigen Tätigkeiten des Moderators offenbar kein Problem für den NDR, schreiben Boris Rosenkranz und Lisa Kräher in ihrem Artikel Der Werbe-Doktor aus dem Norddeutschen Rundfunk bei Übermedien. Rosenkranz und Kräher haben sich in einer "ausführlichen Recherche" mit dem Schaffen von Dr. Wimmer auseinandergesetzt. Ihr "Ergebnis": Neben werblichen Tätigkeiten für Unternehmen wie Media Markt oder TUI soll Wimmer auch für Firmen der Medizintechnik- und Pharma-Branche in Erscheinung treten, etwa in so genannten "Disease-Awareness-Kampagnen".

Wimmers Anwalt weist gegenüber Übermedien darauf hin, dass "das Ziel von Herrn Dr. Wimmer" sei, "Menschen durch mediale Inhalte in ihrer Gesundheitskompetenz zu stärken". Die medialen Tätigkeiten entsprächen "den im Gesundheitswesen, wie auch in den Fach- und Publikumsmedien geltenden Richtlinien und Gesetzen". Der NDR, so Wimmers Anwalt zu Übermedien, sei "selbstverständlich über sämtliche weiteren medialen Tätigkeiten von Herrn Dr. Wimmer informiert", es bestehe "volle Transparenz und keine Interessenskollision hinsichtlich seiner Tätigkeit für den NDR". Was der Sender offenbar anders sieht.

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